Tag 7

Ich stehe relativ früh auf und kann so noch mit meinen Gastgebern Alex und Andrii frühstücken. Danach müssen sie in die Arbeit, das denken sie zumindest zu diesem Zeitpunkt noch. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg. Die Innenstadt liegt gerade einmal 15 Minuten zu Fuß entfernt und sie zeigen mir noch wo die Touristeninformation ist, damit ich mir einen Stadtplan besorgen kann. Anschließend besteigen wir noch den Turm in dem die Touristeninformation untergebracht ist. Von dort aus hat man eine perfekte Aussicht über die Stadt.

Als wir wieder unten sind, fragen die beiden, ob ich Lust auf ein Bier habe. Natuerlich bin ich dabei und frage, ob sie denn nicht arbeiten müssen. Andrii und Alex sind Programmierer und können sich somit die Zeit relativ flexibel einteilen, also bleibt noch Zeit für mein erstes ukrainisches Bier. Anschließend geht es noch durch die Altstadt zur Universitaet, wo mich die beiden verlassen. Ich relaxe erst mal ein wenig im Park und könnte mir eigentlich den ganzen Tag die wirklich extrem attraktiven ukrainischen Studentinnen anschauen, aber ich will ja noch etwas von der Stadt sehen.

Durch die Straßen von Lviv zu laufen ist ein Erlebnis, die Menschen und Autos bewegen sich alle ziemlich schnell. Wenn man von einer Straßenseite auf die andere möchte, wartet man nicht etwa an einer Ampel, sondern versucht sich durch den starken Verkehr zu kämpfen. Bei den kleinen Straßen ist das kein Problem, bei vierspurigen Hauptstraßen wartet man mit einer Menschenmenge zusammen und überquert die Strasse Spur für Spur.

Ich beschließe auf den Stadthuegel zu gehen. Es ist relativ warm und auf dem Hügel ist ein angenehm beschatteter Park. Von ganz oben sieht man dann auch auf die andere Seite der Stadt. Ich laufe noch den ganzen Tag mit mehr oder weniger Plan durch die Stadt und mache mich wieder auf den Rueckweg zur Wohnung.

Am Abend spielt Dynamo Kiev gegen Paris Saint Germain in der Champions League. Wir beschließen, uns in der lviver Brauerei zu treffen, um das Spiel anzusehen. Doch bevor wir in die Brauerei gehen, zeigt mir Andrii noch das alte Konzentrationslager von Lviv. Das Lager ist nicht etwa abgesperrt und hat eine Gedenkstätte. Um dort hin zu kommen müssen wir einfach neben dem Gehsteig auf einen Hügel klettern und schon zeigen sich die ersten Backsteinhäuser. Insgesamt zeigt mir Andrii drei verschiedene Gebäude. Sie sind alle im gleichen Stil, das größte Haus ist mittlerweile ein Hotel, ob die Leute das wohl wissen, wenn sie dort ein Zimmer buchen? In das letzte Gebäude kann man sogar hineingehen und auf das Dach klettern. Dafuer muss man eine enge Wendeltreppe hoch und über ein schmales Holzbrett.

So, nun aber auf in die Brauerei, wir haben die erste Halbzeit schon verpasst und Dynamo Kiev liegt 3:0 hinten. Egal, Alex wartet auf uns mit drei Mass Bier und einer „Snackplatte“. Die Platte besteht aus fettigen Würsten und Hähnchenflügeln. Dazu gibt es noch ein paar saure Gurken und Kartoffeln.

Als wir zu Hause ankommen, holen die zwei die Vodkaflasche aus dem Kühlschrank. Ich bekomme einen Kosakenhut aufgesetzt und los gehts. Zum Vodka gibt es noch einiges zu Essen, darunter geviertelte Zwiebeln, Knoblauchzehen, den Fettrand vom Speck und fettiges Brot. In der Ukraine, genauso wie in Russland trinkt man den Vodka zuerst und isst darauf irgendetwas. So wird man langsamer betrunken, jedoch im Endeffekt umso heftiger.

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