Tag 17 – Mit 8 Autos nach Moskau

Halbwegs puenktlich um 6h00 stehe ich auf, mache mich fertig und packe meine Sachen. Ich verabschiede mich noch von Yarek, der wirklich ein grossartiger Gastgeber war und mich sofort in das Leben in Kiev integriert hat. Um 8h00 stehe ich dann auf der Autobahn und warte auf ein Auto. Ich bin nicht der einzige Tramper, jedoch der Einzige, der ein Schild mit der Aufschrift МОСКВА hochhaelt. Nachdem irgendwie alle mitgenommen werden und mir keine Beachtung geschenkt wird, beschliesse ich, ohne Schild zu trampen.

Nach einer halben Stunde klappt es dann auch, ich komme rund 150 Kilometer weiter bis zur Autobahnauffahrt der M2 nach Moskau. Ich bin nicht der einzige Tramper in dem Auto und die Anderen, die nach und nach aussteigen, geben dem Fahrer immer etwas Geld. Als ich aussteige, zeige ich dem Fahrer den Inhalt meiner Brieftasche, der sich genau auf 7 Grivna belaeuft. Daraufhin ist der Fahrer natuerlich nicht begeistert und ich biete ihm noch Zigaretten an. Die will er auch nicht und immerhin mit einem Laecheln laesst er mich aussteigen.

Ich marschiere ein paar hundert Meter der Autobahnauffahrt entlang und halte immer wieder den Daumen fuer vorbeifahrende Autos raus. Das 5. Auto bleibt auch direkt stehen und ab jetzt gehts nur mehr in kleinen Schritten in Richtung Grenze. Irgendwann bin ich dann nur mehr 60 Kilometer von Russland entfernt und ploetzlich geht nichts mehr. Es hat zum Glueck 28 Grad in der Sonne, von dem her ist alles halb so schlimm.

Nach 2h30 nervt mich die Situation dann doch etwas. Der Verkehr ist extrem duenn und die meisten Autos geben mir zu verstehen, dass sie in der Ortschaft bleiben. Ich beschliesse also ein bisschen in Fahrtrichtung zu spazieren und mir einen neuen Platz zu suchen. Das bringt dann auch direkt den gewollten Erfolg. 2 LKWs bleiben stehen, allerdings nicht meinetwegen, sondern weil sie einen Kaffee wollen. Als ich auf sie zu marschiere, sehe ich erst mal skeptische Blicke. Auch als ich mein Reiseziel erklaere aendert sich nicht viel. Als ich dann aber auf mich zeige und Austria! Austria! sage, grinst ein Fahrer und winkt mich zu ihm. Mit einem LKW zu fahren ist extrem konfortabel, es ist  wie wenn man sein Wohnzimmer spazieren fahert.

Als wir an der Grenze sind, verabschiede ich mich von Abdullah aus Antalya und ich ueberquere die Grenze zu Fuss. Mittlerweile ist es 17h30 und ich ueberlege wie weit ich heute wohl noch kommen werde und vor allem wo ich schlafen soll. Aber erst mal gehe ich ueber die Grenze. Das geht auch recht fix und nach 5 Minuten bin ich zwischen der Ukraine und Russland. Ein wirklich seltsamer Ort. Ein Rudel von Hunden stehet auf der Strasse und verwahrloste Menschen winken mir mit Geld entgegen und sagen irgendwas auf Russisch. Ich gehe unbeirrt weiter zu den russischen Grenzern.

Ich bin ueberrascht wie freundlich die sind und so fuelle ich einen paar Papiere aus, bis ich zum naechsten Haeuschen kann. Der Grenzbeamte will mir irgendetwas sagen, was ich zu tun habe, aber ich verstehe ihn nicht. Daraufhin spricht mich ein Ukrainer auf Englisch an und meint, das ich mit ihm mitfahren kann. Er hat naemlich das Moskau-Schild in meiner Tasche gesehen und hat zufaellig das selbe Ziel.

Dima ist ein Finanzoptimierer aus Kiev, der gerade auf dem Weg zu seiner zukuenftigen Frau nach Moskau ist. Auf dem Weg laedt er mich zu Kaffee, Gebaeck und Burger ein. Auch wenn ich drauf bestehe zu bezahlen, winkt er ab und meint nur, dass ihm Geld egal ist.

Die Fahrt auf russischen Strassen ist relativ abenteurlich, von sehr guten bis sehr schlechten Strassen ist alles dabei. Der Weg nach Moskau ist im Grunde eine Landstasse, auf der man meist 70 Km/h fahren darf. Dima brettert mit 130 dahin und ist damit nicht alleine. Bei Polizeiposten, die vorher angekuendigt werden, werden alle sehr langsam und keiner bekommt einen Strafzettel. Um 3h15 sind wir dann in einem Moskauer Vorort. Wir treffen dort Dimas Bruder der mich dann zu meinem Hostel faehrt. Um fast 4h00 bin ich dann dort und wecke die Rezeptionistin auf. Anscheinend wurde mein Bett schon vergeben und so schlafe ich erst mal 3 Stunden auf der Couch in der Kueche.

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