Tag 22

Irina hat gleich drei Vorstellungsgespraeche und ich mache waehrenddessen einen Museumstag. Zu Beginn geht es ins das Gulagmuseum direkt im Zentrum. Das Museum wird leider zur Zeit umgebaut und so ist nur ein Teil der Ausstellung fuer Besucher zugaenglich. Trotzdem ist das Museum spannend, da es sich auch mit dem Thema Manipulation von Fotos beschaeftigt. In Zeiten in denen es noch kein Photoshop gab, wurde eben geairbrushed. Wenn irgendjemand in Ungnade gefallen ist und auf einem Foto mit Lenin zu sehen war, wurde er weggezaubert. Original und Propaganda sind direkt nebeneinander und lassen sich sehr gut vergleichen. Eigentlich wurde bei jedem Foto etwas veraendert, sei es auch nur, dass der Bildausschnitt verkleinert wurde.

Nach dem Museum gehe ich in ein Internetcafe, um zu sehen, ob ich schon eine Couch fuer heute Abend habe. In dem Internetcafe funktioniert die Webseite allerdings nicht und so kann ich nur weiter hoffen.

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Nach einer kleinen Staerkung geht es dann zum Museum des 2. Weltkriegs, oder wie man hier sagt: Der grosse patriotische Krieg. Schon der Weg dorthin ist beeindruckend. Fuer das Museum wurde extrem viel Plaz eingeplant, der mit Steinen ausgepflastert ist. Naehert man sich dem Gebaeude, sieht man Meilensteine von 1941 bis 1945. Am Ende steht ein riesiger Obelisk, auf dem die Namen der wichtigsten Staedte eingraviert sind.

Von innen ist das Museum sehr geraeumig, es besteht aus drei Stockwerken, wobei der 3. Stock eigenltich zwei sind. Es gibt sehr viel Anschauungsmaterial: Uniformen, Bomben, Gewaehre, Bider von Generaelen und so weiter. Es ist interessant zu sehen, wie Russland die Kriegshelden verehrt, waehrend die deutschen Kriegshelden in Oesterreich/Deutschland maximal eine kleine Tafel auf dem Friedhof bekommen.

Um 20h00 fahre ich wieder zu Irina und habe noch immer keinen Schlafplatz. In der Metro bekomme ich dann aber eine SMS, jemand hat meine Nachricht gelesen und ich kann dort bis Montag bleiben. Bei Irina packe ich also meine Sachen und fahre zu Valeriya, einer Innenarchitektur-Studentin.

Sie wohnt gemeinsam mit ihrer Schwester in einem recht schoenen Teil von Moskau, um in ihr Haus zu gelangen muss man an zwei Sicherheitsleuten vorbei und mit Hilfe einer Karte verschiedene Tueren oeffnen. Wir sitzen noch etwas zusammen und trinken Tee. Um Mitternacht kommt noch eine Freundin vorbei, die morgen nach London fliegt und hier eine Nacht schlaeft. Da die zwei Schwestern bis ende Oktober keinen Alkohol trinken, muss ich meinen mitgebrachten Wein einkuehlen.

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