Tag 28

Als ich aufstehe, ist der Himmel wieder mal grau in grau. Ich beschliesse trotzdem, mir zwei Parks anzusehen. Ich gehe einige Zeit durch den Gorky Park, aber irgendwie ist der ziemlich langweilig. Immerhin gibt es dort ein altes Sovjet Space Shuttle zu betrachten. Ich gehe noch den restlichen Park ab, aber bis auf Restaurationsarbeiten und Muellmaenner sehe ich aber nicht viel.

Nikita hat mir noch einen anderen Park verraten. Ich fahre natuerlich mit der Metro hin und als ich aussteige sehe ich erst mal nur lauter kleine Laeden die alle etwas heruntergekommen aussehen. Es sieht fast so aus wie in einer Bahnhofgegend, es gibt viele Schlagloecher und viel Dreck. Nach 5 Minuten Fussmarsch sehe ich dann aber den Park Tsaritsyno. Ein wirklich schoener, sehr gepflegter Park. Armeen von Gaertnern kuemmern sich um die Gruenflaechen und ich gehe ueber einen Teich zum Haupthaus. Das Anwesen wurde im 16. Jahrundert errichtet und gehoerte zwischenzeitlich Katherina der Grossen. Demenstprechend gross ist dann auch der Wald hinter dem Haus. Auf befestigten Wegen kommt man zu verschiedenen Teichen. Ich schaffe es nicht den ganzen Park abzulaufen, da er einfach zu gross ist.

Mir wird dann aber auch kalt. Draussen hat es rund 5 Grad und ich habe meine Winterjacke noch nicht ausgepackt. Da Nikita noch etwas in der Uni bleiben muss, sehe ich mir stattdessen noch ein paar Metrostationen an. Im Untergrund ist es schoen warm, somit der perfekte Zeitvertreib. Ich hatte ja schon mal ueber die Metro in Moskau geschrieben, aber ich habe mir heute wirklich 1h30 Zeit genommen um viele verschiedene Stationen zu sehen. Das ist besser wie jeder Museumsbesuch und sogar noch gratis. Jede Station sieht anders aus und immer wieder eindrucksvoll. Ich stoppe auch mal die Zeit, wie lange man eigentlich mit der Rolltreppe nach unten faehrt. Bei der Station Park Pubedy komme ich auf 2 Minuten 40 Sekunden.

Zum Berufsverkehr sind alle Metrostationen natuerlich brechend voll, es ist aber alles sehr gut geregelt. Die Menschenmassen bewegen sich im ewig gleichen Tempo aneinander vorbei. Niemand bleibt stehen, niemand sieht sich um, niemand lacht. Es kommt mir ein bisschen vor wie im Film Metropolis.

Irgendwann ist dann auch Nikita fertig mit seiner Praesentation und wir gehen gemeinsam Billiard spielen. Da ich ja in den Kaukasus reisen will, fuehrt er mich in eine heruntergekommene Billardbar, in der wohl ab und zu Menschen aus der Region spielen. Gleichzeitig ist es wohl der guenstigste Ort um Billiard zu spielen. Die Kugeln sind zwar nicht ganz rund und der Tisch nicht ganz gerade, es macht aber trotzdem Spass.

Als wir wieder bei ihm zuhause sind, ist seine Mutter auch da. Sie kann leider kein Englisch, ist aber sehr interessiert an Oesterreich und meiner Reise. Nikita kann zum Glueck dolmetschen .

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