Tag 29

Der Tag beginnt frueh, ich stehe mit Nikita und seiner Mutter auf, packe meine Sachen und gemeinsam fahren wir zur Metrostation. Bevor ich allerdings Richtung Autbahn fahre, besorge ich mir noch etwas zu trinken. Zum Essen habe ich dieses Mal nur zwei Bananen, da es nach Nizhny Novgorod allerdings gerade einmal etwas ueber 300 Kilometer sind, sollte der Proviant reichen.

Um 8h30 bin ich an der Autobahn und ich versuche zu Trampen. Es gestaltet sich schwieriger als gedacht, aus Moskau raus zu kommen. Die ganze Zeit halten private Taxis und fragen mich, ob ich nicht etwas Geld fuer die Strecke zahlen will. Ich verneine natuerlich und warte auf eine Gelegenheit ohne Geld. Endlich kommt ein Auto, das mich allerdings nur 5 Kilometer mitnehmen kann. Immerhin komme ich so ausserhalb der Reichweite der Taxis. Der Platz an dem ich rausgelassen werde, ist allerdings schlecht zum Trampen, also gehe ich einen Kilometer zu Fuss. Ich habe Glueck und nach fast einer Stunde kann mich ein Auto rund 150 Kilometer mitnehmen. Doch auch hier werde ich wieder an einer schlechten Stelle rausgelassen. Direkt vor der Autobahnauffahrt in Richtung Nizhny Novogorod stehe ich im Nichts. Ich sehe nur braune Felder und Baeume und eine Strasse auf der fast nur LKWs fahren und die bleiben nur in den seltensten Faellen stehen.

Dieses Mal muss ich fast 5 Kilometer gehen, bis ich zur naechsten Tankstelle komme. Bei 6 Grad Aussentemperatur und ohne Sonne wird mir relativ kalt und ich ueberlege, ob ich die Winterjacke aus dem Rucksack holen soll. Die Jacke ist allerdings ganz unten verstaut, also beschliesse ich noch etwas durchzuhalten. Erst nach knappen zwei Stunden werde ich mitgenommen. Ein LKW haelt an und ich kann fast bis nach Nizhny fahren. Der Fahrer spricht nur Russisch, trotzdem koennen wir uns ganz gut unterhalten. Er zeigt mir alle moeglichen Bilder von seiner Familie und bittet mich, einen Geburtstagsgruss fuer seine kleine Tochter auf seinem Handy aufzunehmen. Er bietet mir etwas zu essen an und da ich meine zwei Bananen laengst gegessen habe, freue ich mich umso mehr. Er klappt sein Bett auf, darunter befindet sich eine kleine Kueche. Ich bekomme ein Brot mit zwei dicken Scheiben Wurst, eine Gurke, Kaffe und etwas Samagon. Das ist selbstgemachter Schnaps. Er schuettet ganz schoen was ein und ich frage, ob ich das alles in einem Schluck trinken soll. Natuerlich ist die Antwort Ja 🙂

Es wird dunkel und wir sind fast an seinem Zielort, eine kleine Stadt 30 Kilometer vor Nizhny. Trampen macht im Dunkeln keinen Sinn, es gibt auch keine Strassenbeleuchtung, also fragt er mich, ob wir uns nicht gemeinsam betrinken wollen. Ich vertraue dem Samagon allerdings nicht zu 100 Prozent und lehne ab. Er zeigt mir eine Bushaltestelle, die mich nach Nizhny bringen soll. Im Bus erfahre ich dann, dass ich so nicht nach Nizhny fahren kann. Ein Fahrgast zeigt mir allerdings den Bahnhof und ich kaufe mir fuer 1,50 Euro ein Ticket.

Ich muss ueber zwei Stunden auf den Zug warten und natuerlich falle ich sofort mit meinem Rucksack auf. Ich werde von einem Maedchen angesprochen, die sehr gut Englisch spricht. Ihr Freund wohnt in Berlin und so haben wir gleich ein Gespraechsthema. Als wir in Nizhny ankommen, werde ich sogar von ihren Freunden direkt vor die Haustuere von Maria und Max gefahren, meine Couchsurf-Hosts. Um 23h00 essen wir noch gemeinsam Kartoffeln mit einer sehr leckeren Pilzsosse, dann geht es ab in die Heia.

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