Tag 33

Obwohl ich ich eine „Platzkart“ gekauft habe (40 Betten in einem Wagon ohne Tueren) verlaeuft die Nacht relativ ruhig. Ich wache zwar ein paar Mal auf, aber kann gleich wieder weiterschlafen. Nach 10 Stunden reicht es dann auch, als ich meine Augen aufmache, sehe ich lauter alte Frauen durch den Zug gehen, die alles Moegliche verkaufen. Das ist aber im Osten ziemlich normal, da die Rente einfach nicht zum Leben reicht.

Es ist Zeit fuer ein Fruehstueck. Die Anderen sind auch schon wach und wir trinken gemeinsam Tee. Heisses Wasser gibt es im Zug gratis und die anderen Fahrgaeste geben mir Teebeutel und ihr Teeglas. Man bekommt naemlich traditionelle russische Teeglaeser, die halb aus Metall sind und damit ein Glas umschliessen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das bereits im Blog erwaehnt habe, aber Russen lieben Tee. Mittlerweile trinke ich auch 2 bis 3 Tassen pro Tag, warum eigentlich nicht? Da das Wasser aus der Leitung meistens nicht besonders schmeckt, wird es eben abgekocht und aromatisiert. Am Nachmittag bekomme ich noch etwas Kuchen geschenkt. Doch das soll es noch nicht gewesen sein, damit ich auch sicher nicht verhungere, gibt es noch zwei dick belgte Wurstbrote und natuerlich eine Gurke mit etwas Salz. Um das zu verdauen, lege ich mich nochmals fuer zwei Stunden hin.

Um 17h00 sind wir dann in Volgograd. Yuri, mein Couchsurf-Host und Maria, eine Couchsurferin aus Deutschland, warten schon auf mich am Bahnsteig. Wir gehen nach Hause und ich kann mich endlich duschen. Nach einenhalb Tagen in Zuegen und Bahnhoefen fuehlt sich das umso besser an.

Yuri ist Systemadministrator und arbeitet in einem schicken Buerogebaude. Mit mir und Maria faehrt er in den 46. Stock, direkt zum Dach. Wir gehen eine Treppe hoch und sind auf dem Hubschrauber-Landeplatz. Von hier aus hat man eine tolle Sicht ueber Volgograd. Es wird gerade dunkel und so ergibt sich auch eine tolle Stimmung mit dem restlichen Licht der Sonne und dem kuenstlichen Licht der Strassen.

Als es dunkel ist, gehen wir entlang der Kampflinie von Deutschen und Russen. Auf der Seite der Wolga waren die Deutschen und auf der anderen Seite die Russen. Wirkliche Rueckzugsmoeglichkeiten gab es also nicht. Insgesamt starben rund 700.000 deutsche Soldaten bei dem erfolglosen Kampf um Stalingrad. Viel davon sieht man allerdings nicht mehr, es nur noch wenige Gebaeude, die Seit dem Weltkrieg stehen blieben.

Wir gehen in ein Restaurant, das wie eine Bierhalle gestaltet ist. An den Waenden finden sich Masskruege und die Kellnerinnen tragen Dirndl, nicht das erste Mal, dass ich auf meiner Reise Oktoberfest aehnliche Lokalitaeten sehe. Anschliessend gibt es noch zwei Cocktails in einer Bar, doch da es Sonntag ist und wir fast die einzigen Gaeste sind, gehen wir zurueck zur Wohnung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s