Tag 37

Ich treffe mich mit Gelya um 11h00 und wir gehen in Richtung City-Chess. Damit ist ein Gebaeude gemeint, in dem frueher einmal Schachweltmeisterschaften statt fanden. Generell sind die Kalmuecken Schachbegeistert. In dem Komplex finden sich Fotos von kalmueckischen Schachtalenten wieder und natuerlich zahlreiche Pokale und Medaillien. Wir treffen einen weiteren Freund von Gelya, Sanal. Er spricht leider nicht viel Englisch, aber Gelya kann uebersetzen. Gemeinsam gehen wir zur Gedenkstaette fuer die Deportation der Kalmuecken unter Stalins Herrschaft. Ab 1945 wurden die Kalmuecken und anderen Voelker Russlands in Viehwagons nach Sibieren gekarrt. Sie wurden von einander getrennt und es wurde ihnen verboten Kalmueckisch zu sprechen. Auch jegliche Braeuche und Traditionen durften nicht ausgeuebt werden. So wollte Stalin die Kalmuecken an Russland anpassen und ihnen ihre Identitaet rauben.

Gelya muss in die Arbeit, sie unterrichtet Kinder die Probleme mit Englisch haben. Sanal und ich gehen zum buddhistischen Tempel Churu. Bevor wir aber den Tempel betreten, drehen wir eine Runde um das Gebaeude und drehen an den Gebetsmuehlen. Das soll Glueck bringen, also warum nicht. Als wir den Tempel betreten, muessen wir die Schuhe ausziehen. Im Inneren herrscht eine angenehme, entspannte Atmosphaere. Es gibt kleine Baenke auf denen ein paar Menschen Beten. Der Blick geht aber sofort auf die rund 8 Meter hohe, gold gefaerbte Buddha Statue. Wir gehen zur Statue und verneigen uns davor, als Belohnung gibt es gesegnete Kekse und Suessigkeiten. Sanal zeigt mir aber noch mehr vom Tempel. Mit dem Lift kommt man auf die Terrasse und man hat einen guten Blick ueber Elista. Auf dem Weg zurueck treffen wir einen buddhistischen Lama (Priester bzw. Guru), der uns auch gleich in sein Zimmer bittet. Er kann zwar kein Englisch, aber ich zeige ihm wann ich geboren bin und daraufhin betet er rund 15 Minuten fuer meine Reise.

Ich treffe mich mit Gelyas Cousine und einer weiteren Bekannten, die sogar Deutsch spricht. Sie ist Journalistin und fragt mich, ob sie mich interviewen darf. Ich habe natuerlich nichts dagegen und so gehen wir gemeinsam in ein Cafe. Zu essen gibt es diesesmal eine kalmykische Spezialitaet: Die Innereien eines Schafes, als Suppe zubereitet. Ich muss sagen, dass die Suppe geschmacklich ok ist, doch jedes Mal wenn ich auf meinen Loeffel schaue, vergeht mir der Appetit. Ich esse die Suppe halb auf und lasse den Rest stehen. Fuer das Interview haben wir nicht genug Zeit, da ich Gelya versprochen habe in ihre Sprachschule zu kommen und mit den Leuten Englisch zu sprechen. Gelyas Mutter ist ebenfalls Lehrerin und leitet die Schule. Sie unterhaelt sich mit mir auf Englisch, die Schueler sind etwas schuechtern, ich hoffe aber, dass sie einiges verstehen, von dem was ich sage.

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