Tag 39

Gelya und ich fruehstuecken gemeinsam. Daraufhin stellt sich die Frage, ob der Bus nach Makhachkala denn heute faehrt. Gelya ruft saemtliche Busstationen an, die der Bus abfaehrt und erkundigt sich nach der aktuellen Situation. Ich habe nicht genau mitgezaehlt, aber nach rund 10 Anrufen erhaelt sie nur die Antwort, dass der Bus nicht in Elista haelt. Nach ein paar weiteren Telefonaten gibt es aber dann Entwarnung. Der Bus soll puentklich um 16h50 in Elista ankommen und ich kann heute definitiv nach Makhachkala fahren. In der Wohnung von Gelyas Familie verbringe ich den Tag mit Blog und Couchsurf-Requests schreiben. Ich habe noch immer keine Couch in Grozny und Hostels gibt es dort natuerlich auch keine. Ebenfalls mache ich mir ein bisschen Gedanken ueber die weitere Reise. Da das Wetter noch so gut ist, hoffe ich, in Georgien wandern zu koennen.

Kurz bevor wir die Maschrutka zum Busbahnhof nehmen, erkundige ich mich nochmals spasseshalber ueber Makhachkala und Dagestan. Ich gebe also in Google „Dagestan travel advice“ ein und druecke Enter. Das war wohl so ziemlich die schlechteste Idee, die ich in der vergangenen Zeit hatte. Es kommen nur Ergebnisse mit Kommentaren wie „It’s a pure death wish to go there“. Auch Wikitravel meint es nicht gut mit mir:

WARNING: Travel to Dagestan is extremely dangerous and strongly discouraged, due to high criminal activity, frequent bombing and general lawlessness and crimes. Due to its neighbouring of Chechnya, Chechen terrorists often target Russia for bombings or for terrorist threats. If you are planning to visit Dagestan, consult to your embassy before you are planning a trip to this region.“

Ich habe mich natuerlich nach der aktuellen Situation ueber Couchsurfing erkundigt und habe bessere Dinge gehoert. Trotzdem steige ich in den Bus mit einem leicht mulmigen Gefuehl. Im Bus falle ich natuerlich sofort auf, alle drehen sich nach mir um und fragen sich was ich denn hier mache. Der Busfahrer weiss, dass ich aus Oesterreich komme und der zweite Fahrer kommt darauf zu meinem Platz, schuettelt mir die Hand und sagt: „Guten Tag!“, auf Deutsch. Die Gaeste beruhigt mich etwas, ganz entspannt bin ich aber nicht.

Der Bus ist wohl 30 bis 40 Jahre alt, was das Einschlafen nicht wirklich einfacher macht. immherin fahert der Fahrer konstant durch, nur einmal muessen wir kurz halten, als rund 200 Kuehe die Autobahn ueberqueren. Nach 4 Stunden machen wir eine Pinkelpause. Ich war ja schon auf einigen Toiletten, aber diesesmal musste ich mich fast uebergeben, als ich in das Haeuschen ging. Im Betonboden sind zwei Loecher und der Gestank ist erbaermlich. Die Fekalien finden sich nicht nur in den Loechern wieder, sondern ueberall verteilt in dem kleinen Haeuschen. Ich ziehe mein T-Shirt ueber meine Nase und versuche die Luft anzuhalten. Natuerlich beeile ich mich und bin froh wieder normal atmen zu koennen.

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