Tag 41

Ich habe irgendwie kein Glueck mit einer Couch in Grozny, also beschliesse ich etwas laenger bei Renat in Makhachkala zu bleiben. Er empfielt mir auch ein Programm fuer den heutigen Tag. Rund 10 Kilometer ausserhalb der Stadt gibt es einen 300 Meter hohen Sandhuegel und ich will mir den ansehen. Mit einer Maschrutka (Kleiner Transporter, wird als Bus benutzt) kommt man dort problemlos hin. Alle Maschrutkas, die an mir vorbeifahren, sind allerdings voll und halten nicht. Auch am Busbahnhof habe ich kein Glueck. Ich sehe nur wie die Menschen das Muellproblem loesen. Sie zuenden einfach alles an. Ich frage auch Menschen in der Strasse und ein Mann hilft mir sogar eine Maschrutka zu stoppen. Doch selbst nach einer Stunde haelt keine. Ich fahre also mit dem Taxi dort hin.

Von der Strasse braucht man rund eine Stunde, bis man bei dem Huegel ist. Als ich dann dort bin kommt mir ein Mann auf einem Pferd entgegen und fragt mich, was ich hier mache. Ich sage ihm, dass ich auf den Huegel will und alles ist ok. Es ist wohl ein Naturschutzgebiet, aber das nimmt hier keiner so wirklich ernst.

Auf einem Sandhuegel zu wandern ist etwas anders als auf einen normalen Berg bzw. Huegel. Man geht einen Schritt vorwaerts und sinkt wieder einen halben Schritt zurueck. Desshalb muss man konstant schnell gehen. Auf dem Huegel kommt ein richtiges Wuesten-Feeling auf. Bis ich oben bin, dauert es rund eine Stunde. Vom Gipfel hat man eine gute Sicht zum Kaspischen Meer und ueber die umliegenden Doerfer. Der lustigste Teil kommt allerdings noch. Ich packe meine Sachen in die Tasche und sehe zu, dass nichts rausfallen kann. Jetzt geht es bergab. Ich laufe bzw. springe den Huegel runter, mit jedem Schritt schafft man rund 3 Meter und in einer halben Minute bin ich auch schon wieder unten.

Am Abend trinken wir Tee und reden etwas. Renat erzaehlt mir ueber die sexuelle Revolution in Dagestan. Auf der Strasse sind lange nicht alle Frauen in Kopftuch gehuellt, einige sind sogar geschminkt. Da Frauen fast nichts erben, ist es fuer sie leichter, Regeln zu brechen und nicht alles zu tun, was die Familie sagt.

Um nochmals zum Muellproblem zurueck zu kommen, erzaehlt mir Renat auch, dass er zwar fuer die Muellbeseitigung zahlt, es kommt aber einfach kein Auto. Korruption ist ein riesen Thema in der Region und so muss man als normaler Mensch zwar fuer Sachen bezahlen, man erhaelt aber nicht immer alles. Die Menschen fuehlen sich daher verarscht und das ist auch ein Grund fuer diverse Anschlaege auf die russische Regierung. Hinzu kommt natuerlich noch, dass die Russen zwar saemtliche Rohstoffe der Region abbauen, die Region selbst profitiert davon allerdings nicht.

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