Tag 73

Heute steht ein Familienessen auf dem Programm. Es ist Freitag und so kommt Rebaz` gesamte Familie zusammen. Wir fahre in das italienische Dorf zu seiner aeltesten Schwester. Das italienische Dorf ist eine bewachte Siedlung, die sich rund 5 Minuten ausserhalb von Erbil befindet. Seine ganze Familie kommt zusammen. Er hat einen Bruder und sieben Schwestern, einige davon haben bereits Kinder und so sind wir rund 20 Leute.

Bevor das Essen anfaengt, werden wir in das Wohnzimmer gebeten. Hier unterhalten wir uns mit dem maennlichen Teil der Familie, die Frauen decken derweil den Tisch. Seine Schwester hat alles alleine vorgekocht und so koennen wir nach einer halben Stunde den Essbereich betreten. Der ganze Boden ist voller Essen und wir versammeln uns rundherum. Ich bin mir nicht sicher ob die Sitzordnung absichtlich war, aber auch hier werden Maenner und Frauen getrennt.

Nach dem Essen gibt es natuerlich Tee. Wir reden etwas ueber verschiedene Laender, unsere Reiserouten und was wir so machen, wenn wir nicht reisen. Die Familie von Rebaz ist ziemlich erfolgreich, alle haben studiert und sind jetzt Architekten, Aerzte und Psychologen.

Der Fernseher laeuft konstant im Hintergrund. Es laeuft ein Musiksender und so fangen alle an zu klatschen. Die zwei kleinen Jungs, die jeweils ein Jahr alt sind, bewegen sich begeistert zur Musik. Eine Schwester war frueher Pop-Saengerin, wird jetzt allerings bald heiraten und hat ihre Karriere aufgegeben. Als wir ins Wohnzimmer gehen, singt sie und Rebaz trommelt dazu.

Wir bleiben noch bis zum Abendessen. Es gibt wieder die Sachen vom Mittagessen. Da das Essen aber wirklich hervorragend geschmeckt hat, stoert das ueberhaupt nicht. Anschliessend gibt es wieder ein paar runden Tee und wir verabschieden uns.

Rebaz bringt uns noch zum Hotel und wir nutzen die Zeit, um die aktuellen Nachrichten im Irak zu verfolgen. Es gibt derzeit einen kleinen Konflikt zwischen Kurdistan und dem arabischen Teil des Iraks. Es geht natuerlich um Oel, Macht und Geld und so wurden wohl vor kurzer Zeit Panzer nahe der Stadt Kirkuk in Stellung gebracht. Unsere Reiseziele sind allerdings weiterhin sicher und es glaubt auch niemand so wirklich an eine Eskalation der Situation.

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Tag 72

Rebaz laedt uns heute ein, seine Universitaet zu besuchen. Das Gebaeude liegt etwas ausserhalb von Erbil. Hier sieht man sehr deutlich den Aufschwung der Region, es wird ueberall gebaut und die Gebaeude werden in einem wahnsinnigen Tempo fertiggestellt.

In der Uni zeigt er uns die Hoersaeele. Alles ist neu und auch die Ausruestung ist beachtlich. Es kommen Whiteboards, Beamer und Smartboards zum Einsatz. Ich bin erstaunt wie viele Frauen sich hier rumtreiben. Die meisten davon sind ohne Kopftuch unterwegs. Rebaz meint, dass das erst seit einigen Jahren so ist. Der Aufschwung der Region fuehrt also auch zu einer etwas offeneren Gesellschaft.

Im Garten der Uni trinken wir Kaffee und lernen einen Freund von Rebaz kennen. Wir reden etwas und er gibt uns ein Buch ueber die Anfal Kampagne. Darunter versteht man Saddams Genozid an den Kurden. Knappe 200.000 Menschen mussten damals sterben. Es wurde gefoltert und gemordet, auch chemische Waffen kamen zum Einsatz. In dem Buch wird ein Zeitzeuge interviewt – ich bin gespannt.

Wir wollen heute noch nach Shaqlawa, um uns kaputte Panzer anzusehen. Sie stammen aus dem Krieg der Kurden gegen Saddam. Rebaz erzaehlt uns, dass die kurdischen Wiederstandskaempfer (Peschmerga) damals ihre Fuesse zusammengebunden haben, um nicht vor Angst davonzulaufen. Wir fahren also mit dem Auto und passieren auf dem Weg einige Checkpoints. Leider haben wir alle unsere Ausweise vergessen, doch wir schaffen es, vier Checkpoints zu passieren. Manchmal werden wir angehalten und muessen mit dem Kommandanten reden. Nach einem kurzen Telefonat geht es dann aber weiter. Die Kontrollen hier sind lange nicht mehr so streng wie frueher.

In der Stadt essen wir noch eine kurdische Pizza. Der Teig ist sehr duenn und der Belag besteht aus Tomaten und Fleisch. Wir machen uns wieder auf den Rueckweg und nach ein paar weiteren Gespraechen an den Checkpoints sind wir wieder in Ebil.

Es ist ungefaehr 20h00 und wir wollen noch etwas unternehmen, bevor wir wieder ins Hotel gehen. Rebaz schlaegt vor, noch etwas Bier zu kaufen und es neben der Autobahn zu trinken. Dort versammeln sich jeden Abend Leute, um gemeinsam zu trinken. Die Verkehrspolizei hat keine Alkomaten, also trinken auch die Fahrer gut mit. Die ganze Sache mit dem Alkohol ist hier noch relativ neu und so dauert es wohl noch ein bisschen, bis es wirklich Regeln dagegen gibt.

Wir steuern das erste Lagerfeuer an, das wir sehen und fragen die Jungs, ob wir uns neben sie setzen koennen. Sie sind sofort begeistert, ein paar Auslaender zu sehen und bieten uns sogar noch ihre Grillspiesse an. Leider koennen sie nicht wirklich gut Englisch, Rebaz kann aber uebersetzen. Einer der Jungs ist Taxifahrer und kommt wohl fast jeden Abend hierher. Wir rauchen ein paar Zigaretten und trinken ein wenig Bier, bis wir uns dann wieder verabschieden.

Sofort kommen wir aber auch nicht ins Bett. Wir schauen wieder bei Mohammed vorbei. Er besteht wieder darauf, dass wir zumindest ein paar Huenchenfluegel essen. Wir sind eigentlich noch von der Pizza satt, da liegen die Fluegel schon auf dem Grill. Nach einem letzten Tee geht es dann aber wirklich ab ins Hotel.

Tag 71

Bill und ich stehen etwas frueher auf und verbringen zwei Stunden im Internetcafe. Wir treffen uns anschließend mit Jess im Hotel. Gemeinsam wollen wir uns heute die Burg von Erbil ansehen. Diese Burg ist seit rund 8.000 Jahren durchgehend bewohnt, damit zaehlt Erbil zu den aeltesten durchgehend bewohnten Stadten der Welt.

Leider wird die Burg derzeit restauriert und so kann man nur die Hauptstrasse begehen. Als wir dann aber wieder zurueck zum Bazar wollen, entdecken wir ein deutliches Zeichen der Amerikanisierung Kurdistans.

Wir besuchen wieder Mohammed, da er uns erneut zum Essen eingeladen hat. Es gibt wieder mehr zu essen als eigentlich gut fuer uns waere und so beschliessen wir ein kleines Mittagsschlaefchen zu machen.

Heute will er uns ausserdem das neue Highlight von Erbil zeigen: Die Family Mall. Einkaufszentren sind relativ neu in Kurdistan. Erst seit ein paar Jahren hat das erste eroeffnet und so sind alle wahnsinnig begeistert. Die Family Mall sieht aus wie ein typisches amerikanisches Einkaufszentrum. Es gibt einen Food-Corner, in dem man zwischen verschiedenen Fast-Food-Restaurants waehlen kann und auch die Kinder werden nicht vergessen, so gibt es ein Spieleparadies. Genau in das gehen wir dann auch. Da Mohammeds Freund dort arbeitet, koennen wir alles gratis benutzen und so verbringen wir unseren Abend.

Tag 70

Wie verabredet gehen wir zu Mohammeds Restaurant und bekommen reichlich zu Essen. Der ganze Tisch ist voller verschiedener Speisen und wir versuchen alles aufzuessen. Natuerlich gelingt uns das nicht, doch Mohammed bietet uns laufend neue Sachen an. Nach dem Essen trinken wir noch Tee und machen uns auf den Weg zum Bazar, der gleich um die Ecke ist.

Der Bazar ist aehnlich wie in Duhok, nur groesser. Wir haben nicht wirklich vor etwas zu kaufen, es ist aber trotzdem spannend, die ganzen verschiedenen Stände zu betrachten. Besonders im Bereich Essen gibt es eine wahnsinnig grosse Auswahl. Auch in diesem Bazar begegnen wir wieder den Geldwechslern. Das Geld liegt offen vor ihnen und sie haben sogar noch deutlich mehr als in Duhok.

Am Abend probieren wir irgendein Gemuese, das in kochend heisses, braunfarbenes Wasser geworfen wird. Es schmeckt nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht. Als wir versuchen herauszufinden, was wir da gerade gegessen haben, begegnen wir Rebaz. Er hat in England seinen Master gemacht und unterrichtet jetzt Mathematik an einer privaten Universitaet in Erbil. Er freut sich sichtlich, wieder mal Englisch sprechen zu koennen und so schlaegt er vor in ein Fischrestaurant zu gehen.

Wir sind von der Idee begeistert, da wir gelesen haben, dass Fisch hier auf eine ganz spezielle Art zubereitet wird. Man braet ihn rund eine Stunde lang neben dem Feuer, so wird er aussen knusprig und innen schoen saftig. Das Abendessen schmeckt dementsprechend auch hervorragend. Ganz guenstig ist die Sache allerdings nicht, doch der Fisch ist es Wert. Zu viert haben wir immerhin knappe vier Kilogramm Fisch verspeist.

Zum Abschluss fahren wir noch nach Ainkawa, das ist eine christliche Siedlung in Erbil. Hier darf getrunken werden und so reiht sich Bar an Bar. Es sind viele Auslaender in den Bars, die wohl am Boom der Region mitarbeiten/verdienen.

Tag 69

Heute wollen wir in die Hauptstadt der kurdischen Provinz, Erbil. Wir fruehstuecken noch bei Karwan im Restaurant und bitten ihn, unser Schild zu schreiben. Nach einem kleinen Zwischenstopp beim Internetcafe gehen wir den Strassenschildern nach und finden relativ schnell eine geeignete Stelle zum Trampen. Ich muss die Chance nutzen und bitte Jess ein paar Fotos vom Trampen zu machen. Wenn ich alleine unterwegs bin, geht das ja irgendwie schlecht. Sie drueckt ein paar mal ab und schon haelt ein Auto an. Wir winken es zunaechst ab, da es sich um ein Taxi handelt. Ein Mann steigt aus und meint, wir sollen mit ihm zu seinem richtigen Auto fahren, er wird uns dann nach Erbil bringen.

Der Weg fuehrt knapp an der Stadt Mosul vorbei. Dort verstecken sich derzeit einige Terrororganisationen, auch Al-Quaida haelt sich wohl dort auf. Es gibt dort laufend Anschlaege und Schuesse. Wir sind also froh, als unser Fahrer abbiegt. Sein Name ist Diary, er sorgt fuer die Sprengerlaubnis, um nach neuen Oelfeldern zu suchen. In der letzten Zeit laeuft das sehr erfolgreich in Kurdistan. Unter Saddams Herrschaft wusste niemand, dass es dermassen viel Oel in der Region gibt, jetzt freut es die Kurden umso mehr.

Es geht weiter und wir kommen in das Gebiet der Jesiden. Damit ist eine Religionsgemeinschaft gemeint, die aus Elementen des Islams und des Christentums besteht. Die Jesiden glauben neben Gott nicht an das Boese, also an den Teufel. Laut ihrer Religion, ist jeder Mensch selbst fuer seine Taten und sein Handeln verantwortlich.

Diarys Job ist einfach, er fahert eigentlich nur von Stadt zu Stadt und liefert Papiere ab. Er bekommt aber wohl trotzdem ein stattliches Gehalt, da man fuer diese Arbeit gute Verbindungen zur Regierung braucht. Ja, auch in Kurdistan ist Korruption ein Problem. Diary hat wohl frueher auch mit den Amerikanern zusammen gearbeitet und fuer sie uebersetzt. Auf der Fahrt erzaehlt er grossteils ueber seine verschiedenen Berufe und er listet staendig verschiedene Menschen auf, die er kennt. Dabei handelt es sich um wichtige Menschen in Politik, Wirtschaft und Militaer. Nach zwei Stunden erreichen wir zum Glueck Erbil. Seine Geschichten waren zwar interessant, ich halte aber nicht viel von Menschen, die staendig erzaehlen wie toll und wichtig sie nicht sind.

Vor Abfahrt habe ich mir eine Karte von Erbil in mein Heft gezeichnet. Doch als wir die Karte den Menschen in der Strasse zeigen, weiss keiner Bescheid, wo was ist. Wir fragen also in einem Hotel nach, ob sie uns den Weg zu einem anderen Hotel erklaeren koennen.  Das Personal ist wahnsinnig freundich und bietet uns Kaffee an. Wir koennen das Internet benutzen und als wir dann gehen, bringt uns einer der Bediensteten sogar noch bis zur naechsten Kreuzung. Das Hotel, dass wir im Internet recherchiert haben, ist auf einmal deutlich teurer, auch den Preis zu druecken, bringt nichts. Da die Gegend voll mit Unterkuenften ist, versuchen wir es woanders. Nach fuenf Minuten verhandeln, bekommen wir dann ein Zimmer mit drei Betten fuer guenstige 30,000 IQD pro Nacht.

Wir bekommen Hunger und gehen zu einem nahegelegenen Imbiss. Hier treffen wir auf Mohammed, den Eigentuemer. Er hat wohl frueher mehrere Jahre in Deutschland gearbeitet und ist jetzt seit vier Jahren wieder in Kurdistan. Er spricht leider nur sehr schlechtes Deutsch, wir koennen uns aber halbwegs unterhalten. Zum Essen gibt es Kebab-Spiesse mit Fladenbrot. Als wir dann bezahlen wollen, laesst er uns nicht und laedt uns stattdessen zum Fruehstueck bzw. Mittagessen am naechten Tag ein.

Tag 68

Wir verschlafen etwas. Zwanzig Minuten spaeter als verabredet sind wir dann aber bereit fuer die Tour. Wir gehen richtung Staudamm, der wohl erst seit kurzem existiert. Generell sieht man viele neue Gebaeude, neue Autos, neue Strassen. Der Region Kurdistan geht es sehr gut, da das Oel-Geschaeft floriert. Es ist hier sicher und so kann ohne Probleme abgepumt werden. Im arabischen Teil des Iraks ist das nicht der Fall und so geht es den Leuten dort vergleichsweise schlecht.

Auf dem Weg unterhalte ich mich ein wenig mit Karwan und er erzaehlt mir etwas ueber das Verhaeltnis der Kurden zu Amerika. Die Menschen hier sind froh, dass George Bush den Krieg begonnen hat. Saddam Hussein hat waehrend seiner Herrschaft die Kurden geradezu gejagt. Von Angriffen mit chemischen Waffen, ueber Folter, bis hin zur Ausloeschung ganzer Doerfer war alles dabei. Insgesamt hat er wohl ganze 5.000 Doerfer verschwinden lassen, der Grossteil davon war kurdisch. Das ist auch der Grund warum es in Kurdistan so sicher ist. Die Menschen hier haben genug von Problemen, Gewalt und Leid. Jeder kuemmert sich nun darum, dass es vorwaerts geht und so floriert die Wirtschaft.

Als wir auf der Damm-Mauer angekommen sind, sehen wir den Stausee dahinter. Am Grund des Sees befindet sich wohl noch ein altes Dorf, dessen Bewohner dem See weichen mussten. Als Beschaeftigung werfen wir Steine in den See und sehen wer wie weit kommt.

Nach ein paar Versuchen wir das allerdings langweilig und wir beschliessen auf den Stadtberg zu gehen. Der Anfang des Weges ist fuer Touristen prepariert, will man allerdings zur Spitze, muss man etwas klettern. Abdullah und ich schaffen es dann auch ganz rauf, Bill gibt rund fuenf Minuten davor auf.

Nach der kleinen Kletterpartie haben wir uns ein ordentliches Essen verdient, also gehen wir in ein relativ schickes Restaurant und werden mit Tellern gerade so bombardiert. Der ganze Tisch ist voller Gurken, Tomaten, Oliven, Zwiebeln, Fleisch, Suppen… Wie viel der ganze Spass gekostet hat, kann ich aber nicht genau sagen, da die Jungs darauf bestehen zu bezahlen. So ein Essen muss klarerweise verdaut werden, also entspannen wir ein wenig in unserem Hotel. Karwan wird uns dann etwas spaeter abholen. Wir wollen gemeinsam einen Kaffee trinken.

Er ist in Begleitung eines Freundes, der einen Toyota Pick-Up faehrt, brandneu natuerlich. Alte Autos faehrt hier keiner mehr. Es geht in ein reicheres Viertel von Duhok. Wir halten an, gehen die Treppen hoch und betreten einen Raum mit vielen Sofas und Sesseln. Wir werden zu unserem Tisch geleitet und gefragt, ob wir die anderen Menschen sehen wollen, oder nicht. Fuer die zweite Option gibt es Trennwaende. Wir bestellen Kaffee und Wasserpfeife, zum Essen gibt es Baklava und verschiedene Nuesse. Es kommen laufend neue Freunde hinzu und am Ende sind wir ganze 8 Personen. Nach einigen Partien verschiedener Kartenspiele und zahlreichen Tassen Tee werden wir wieder zurueck zum Hotel gebracht. Da es kurz vor Mitternacht ist, muss Karwan in die Arbeit. Seine Schicht geht bis 07h00.

Tag 67

Wir erreichen Duhok gegen 03h00 Ortszeit. Der Bus laesst uns einfach mitten auf der Autobahn aussteigen, wir sehen zwar Lichter in der Ferne, es gibt aber klarerweise keine oeffentlichen Verkehrsmittel um diese Uhrzeit. Ein anderer Fahrgast wird von einem Freund abgeholt und so fragen wir, ob wir mitfahren koennen. Wir haben Glueck und kommen so ins Stadtzentrum von Duhok. Alle Hotels sind geschlossen, wir finden nur ein kleines Restaurant, dass noch offen hat. Wir wollen eigentlich nur etwas Tee trinken und erklaeren dem Kellner, dass wir noch kein irakisches Geld haben. Daraufhin bekommen wir umgerechnet rund 20 bis 30 Euro in die Hand gedrueckt, er gibt uns noch gratis Tee und eine Suppe. Er spricht relativ gut Englisch, da er einige Zeit in Grossbritannien gewohnt hat. Er heisst Karwan und auch der andere Kellner Abdullah unterhaelt sich etwas mit uns.

Wir verbringen so die Zeit bis 8h00, bis die Hotels endlich oeffnen. Doch bevor wir in das Hotel kommen, muessen wir noch Geld tauschen. Karwan und Abdullah fuehren uns zu einem Mann, der vor sich ein riesen Buendel Geld liegen hat, schaetzungsweise rund 10.000 bis 20.000 Euro. Es ist hier wahnsinnig sicher und es gibt so gut wie keine kiminalitaet, anders ist ein solches Verhalten nicht zu erklaeren. Nachdem wir unser Geld gewechselt haben, geben wir Karwane sein Geld wieder zurueck. Er will es fast nicht annehmen, wir bestehen aber unbedingt darauf. Fuer den naechsten Tag verabreden wir uns mit ihm und seinen Freunden, sie wollen uns die Stadt zeigen.

Als ich im Bett liege, dauert es nicht lange, bis ich eingeschlafen bin. Wir haben abgemacht fuenf Stunden zu schlafen, um wenigstens noch ein bisschen was von dem Tag zu haben. Wieder Aufgewacht gehen wir in ein Restaurant, dass uns Karwan empfohlen hat. Das Essen ist ganz gut, doch 25.000 IQD fuer zwei Personen ist uns dann auf Dauer doch etwas zu teuer. Wir beschliessen von nun an, beim Strassenessen zu bleiben. Kebabs bekommt man an der Ecke fuer rund 1.000 – 2.000 IQD, so sollten wir mit unserem Geld auskommen. Es gibt im Irak fuer Auslaender keine Moeglichkeit Geld abzuheben und so muessen wir mit den mitgebrachten Tuerkischen Lira haushalten.

Wir sehen uns den Bazar an. Hier kann man wirklich alles kaufen, von der Zahnbuerste bis hin zu einem neuen Anzug. Man verliert sich hier sehr leicht, gerade das macht allerdings den Reiz aus.

Wir spazieren noch etwas durch die Stadt und entdecken ein Geschaeft das Bier verkauft. Anders als in der Tuerkei, ist Bier hier relativ guenstig. Fuer rund 70 Cent bekommt man 0,5 Liter Efes. Mit ein paar Bier in der Tasche gehen wir zurueck zum Hotel. Wir sind noch relativ muede und beschliessen heute einen ruhigen Abend zu machen. Am Weg zurueck kommen wir natuerlich noch an ein paar Teehaeusern vorbei. Prinzipiell trinken dort ausschliesslich Maenner Tee, rauchen Zigaretten und spielen mit ihren Ketten.