Tag 55

Irgendwie habe ich mir in den Kopf gesetzt den Berg Aragats zu besteigen. Es ist der hoechste Berg in Armenien und soll mein erster 4000er werden. Wirkliche Wanderrouten gibt es auf dem Berg allerdings nicht und die Informationen im Internet sind etwas spaerlich. Ich versuche diverse Plaene zu machen. Auf verschiedenen Seiten wird dazu geraten, den Berg in mehreren Tagen zu besteigen. Das wuerde allerdings heissen, dass ich im Freien schlafen muss und das wuerde wiederum heissen, dass ich einiges an Ausruestung brauche. Es gibt auch die Moeglichkeit auf den Suedgipfel zu gehen, fuer diese Tour soll man insgesamt nur 4 Stunden brauchen. Der Gipfel liegt allerdings nur auf 3879m und ich habe irgendwie Lust auf mehr.

Auch von der Uebernachtung ist nicht alles geklaert, es gibt wohl eine Wetterstation am Kari See, doch es ist nicht sicher ob sie offen ist. Sonst muesste ich in dem naechsten Dorf Byurakan uebernachten und die Strasse zum Berg mit dem Taxi rund eine Stunde lang hoch fahren.

Ausserdem bin ich mir mit dem Wetter nicht wirklich sicher. Ein Wetterbericht zeigt auf dem Gipfel rund -15*C inklusive Wind an, wie es derzeit mit dem Schnee aussieht, laesst sich nicht herausfinden.

Ohne konkretes Ergebnis entschliesse ich mich noch etwas durch die Stadt zu gehen. Obwohl Yerevan auf rund 1000m liegt, hat es hier 20 Grad und man kann gemuetlich mit dem T-Shirt rumlaufen. Gerade im Zentrum ist vieles neu und sieht sehr ordentlich aus. Auch einige Parks sehen wirklich entspannt aus. Da ich einen Ueberblick ueber die Stadt haben will, gehe ich Treppen am Stadtrand hoch. Ich komme zu einem Monument und kann endlich ueber Yerevan blicken. Hinter der Stadt sieht man auch den ueber 5000m hohen, eigentlich armenischen, jetzt aber tuerkischen, Berg Ararat.

Am Abend treffe ich im Hostel Flo aus Hamburg und Dan aus Schottland. Flo reist seit fast 2 Wochen durch Georgien und Armenien. Dan ist mit dem Rad von Muenchen gestartet und hat es bis hier her geschafft. Allerdings nicht alles mit dem Rad, fuer den Grossteil der Strecke hat er wohl den Zug genommen. Dan erzaehlt mir ausserdem noch, dass er eigentlich in Indien sein wollte. Er hat also gerade mal knapp die haelfte der Strecke geschafft und hat jetzt kein Geld mehr.

Flo und Dan erzaehlen mir ueber ihren Ausflug nach Karabach. Damit ist eine armenische Region in Aserbaidschan gemeint, um die nach wie vor gekaempft wird. Die Kampfhandlungen beschraenken sich allerdings auf gelegentliche Scharfschuetzen-Attacken auf das Militaer. In der Gegend treiben sich genuegend Touristen rum.

Ich horche allerdings auf, als sie mir ihre Erlebnisse von Agdam erzaehlen. Die Bewohner der Stadt wurden vertrieben und um sicher zu gehen, dass sie auch nie wieder kommen, wurden einfach alle Haeuser abgerissen. Urspruenglich gehoerte die Stadt zu Aserbaidschan und wird derzeit von armenischen Truppen besetzt. Um die Aserbaidschaner allerdings richtig anzupissen, halten sie jetzt Schweine in der ehemaligen Moschee.

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