Tag 56

Ich schlafe in der Nacht nicht besonders, irgendwie gehe ich die ganze Zeit den Ablauf der Wanderung in meinem Kopf durch. So wirklich Sinn macht die Sache allerdings noch nicht. Da ich alleine gehen werde, muss alles klar sein. Sollte ich irgendetwas vergessen oder ein Problem haben, ist ein 4000m hoher Berg im November ein sehr schlechter Ort dafuer.

Ich sehe am Morgen wieder Dan und er schlaegt vor, ins Genozid-Museum zu gehen. Da mir klar wird, dass ich die Wanderung alleine sowieso nicht bewerkstelligen kann, lenke ich ein. Auf dem Weg frage ich ihn, ob er nicht Lust haette auf eine Wanderung. Er ist nicht besonders bergerfahren, aber den Suedgipfel koennen wir zu zweit locker schaffen. Dan ist begeistert von der Idee und ich bin schon wieder etwas erleichtert, dass der Planungstag gestern nicht umsonst war.

Im Genozid-Museum gehen wir erst mal zu zweit durch die Ausstellung, bis mich ein aelterer Mann anspricht. Er kann nur Russisch, aber ich verstehe, dass er wohl ein kleines Kind war, als seine Mutter getoetet wurde. Er organisiert uns eine Fuehrung und wir erfahren etwas ueber die Geschichte von Armenien und den, nur teileweise anerkannten Genozid.

Als wir wieder beim Hostel sind, stellt sich heraus, dass Dan natuerlich nur Sachen fuer Indien eingepackt hat. Das heisst viel mehr als einen sehr duennen Pullover, hat er nicht dabei. Wir muessen also etwas Ausruestung ausleihen. Im Internet finde ich ein Bergsport-Geschaeft und wir machen uns auf den Weg dort hin. Nach einem kurzen Gespraech, ist klar, dass sich Dan dort alles ausleihen kann. Am Abend hat er noch ein Date mit einer Iranerin, ich setze mich in der Zeit zu zwei Amerikanern, die aber seperat reisen.

Ich komme mit Ken ins Gespraech, er war 8,5 Jahre bei den Marines als Hubschrauberpilot und nachdem er seine Pflichtzeit abgeleistet hat, entschloss er sich zu reisen. Er ist seit rund drei Jahren unterwegs und hat bereits Nordamerika, Suedamerika, Europa und Afrika bereist. Er ist ausserdem Bergsteiger, Fels- und Eiskletterer. Ich frage ihn also, ob er nicht Lust haette auf eine kleine Tour und er ist sofort begeistert.

Dan kommt frueher als erwartet von seinem Date zurueck und wir beschliessen morgen zeitig aufzustehen, um seine Sachen auszuleihen und uns Richtung Byurakan aufzumachen.

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