Tag 65

Ich habe eigentlich nur einen Tag in Van und will daher auf die Insel in der Naehe von Akdamar. Niels, Jess, Bill und ich gehen aber vorher noch etwas Fruehstuecken, fuer 40 Lira bekommen wir den ganzen Tisch voller Essen, so viel Kaffee und Tee wie wir wollen und die ganze Sache schmeckt fantastisch. Es gibt kurdischen Kaese, Honig, Eier, Milch, Tomaten, Gurken, eigentlich alles was man sich so vorstellen kann.

Gemeinsam fahren wir dann zum Hafen und wollen von dort eine Fahere nehmen. Niels hat nur bis sechs Uhr Zeit, da sein Zug in den Iran heute abend abfaehrt . Eine genaue Uhrzeit gibt es nicht, doch er will lieber etwas frueher als spaeter am Bahnhof sein.

Im Hafen von Van suchen wir nach Schiffen. Wir sehen auch eines, dass normalerweise den Zug vom Nord-Westlichen zum Sued-Oestlichen Ufer des Sees bringt. Wir sehen Schienen auf dem Boot und an der Anlegestelle. Dieses Mal sind allerdings zwei Panzer geladen und wir beobachten die Entladung. Wir finden heraus, dass die Faehre zur Insel direkt von Akdamar ablegt und nicht von hier. Akdamar ist aber rund 40 Kilometer entfernt und so entscheiden wir uns, die alte Burg anzusehen.

Vom Fusse des Huegels sehen wir die Burg, doch keinen wirklichen Weg hinauf. Bei einer kleinen Moschee, gibt es allerdings einen Trampelpfad, der auf den Huegel fuehrt. Es ist nicht der offizielle Weg und so muessen wir auch keinen Eintritt bezaehlen. Als wir dann auf die andere Seite des Huegels kommen, sehen wir eine relativ hohe Wand. Ein Junge ist gerade dabei, darueber zu klettern und die ganze Sache sieht machbar aus. Ich versuche es auch und komme ohne groessere Probleme drueber. Die Anderen wollen allerdings nicht klettern und entscheiden sich fuer den laengeren Weg.

Am Gipfel des Huegels treffen wir uns wieder und warten auf den Sonnenuntergang. Man sieht von hier ueber das alte Van, das armenische Van. Es sind aber nur mehr Ruinen davon uebrig und um die christliche Vergangenheit zu ueberdecken, wurden zwei Moscheen am alten Stadtrand errichtet.

 

Der Sonnenuntergang ist, naja, ein Sonnenuntergang halt und so gehen wir wieder zurueck zum Hotel. Niels verabschiedet sich und ist sichtlich nervoes, dass er jetzt in den Iran geht. Es gab wohl in der letzten Zeit noch haertere Embargos gegen das Land und so ist die Waehrung rapide gefallen. Er hofft, dass das keine negativen Konsequenzen fuer westliche Touristen hat.

Jess, Bill und ich gehen wieder in die Bar von gestern. Ein Kurde schreibt mir ein paar kurdische Woerter auf, die ich im Irak brauchen kann. Jess und Bill sind sich immer noch nicht sicher, ob sie morgen mitkommen. Doch dann kommt Bill zurueck von der Toilette: „Stefan, I think Ill go with you to Iraq“, darauf Jess: „Oh, Im so glad you just said that, im also excited about going, let’s do it!“. Die Sache ist als beschlossen. Morgen werden wir versuchen nach Silopi zu trampen, die letzte Stadt in der Tuerkei vor der Grenze.

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