Tag 67

Wir erreichen Duhok gegen 03h00 Ortszeit. Der Bus laesst uns einfach mitten auf der Autobahn aussteigen, wir sehen zwar Lichter in der Ferne, es gibt aber klarerweise keine oeffentlichen Verkehrsmittel um diese Uhrzeit. Ein anderer Fahrgast wird von einem Freund abgeholt und so fragen wir, ob wir mitfahren koennen. Wir haben Glueck und kommen so ins Stadtzentrum von Duhok. Alle Hotels sind geschlossen, wir finden nur ein kleines Restaurant, dass noch offen hat. Wir wollen eigentlich nur etwas Tee trinken und erklaeren dem Kellner, dass wir noch kein irakisches Geld haben. Daraufhin bekommen wir umgerechnet rund 20 bis 30 Euro in die Hand gedrueckt, er gibt uns noch gratis Tee und eine Suppe. Er spricht relativ gut Englisch, da er einige Zeit in Grossbritannien gewohnt hat. Er heisst Karwan und auch der andere Kellner Abdullah unterhaelt sich etwas mit uns.

Wir verbringen so die Zeit bis 8h00, bis die Hotels endlich oeffnen. Doch bevor wir in das Hotel kommen, muessen wir noch Geld tauschen. Karwan und Abdullah fuehren uns zu einem Mann, der vor sich ein riesen Buendel Geld liegen hat, schaetzungsweise rund 10.000 bis 20.000 Euro. Es ist hier wahnsinnig sicher und es gibt so gut wie keine kiminalitaet, anders ist ein solches Verhalten nicht zu erklaeren. Nachdem wir unser Geld gewechselt haben, geben wir Karwane sein Geld wieder zurueck. Er will es fast nicht annehmen, wir bestehen aber unbedingt darauf. Fuer den naechsten Tag verabreden wir uns mit ihm und seinen Freunden, sie wollen uns die Stadt zeigen.

Als ich im Bett liege, dauert es nicht lange, bis ich eingeschlafen bin. Wir haben abgemacht fuenf Stunden zu schlafen, um wenigstens noch ein bisschen was von dem Tag zu haben. Wieder Aufgewacht gehen wir in ein Restaurant, dass uns Karwan empfohlen hat. Das Essen ist ganz gut, doch 25.000 IQD fuer zwei Personen ist uns dann auf Dauer doch etwas zu teuer. Wir beschliessen von nun an, beim Strassenessen zu bleiben. Kebabs bekommt man an der Ecke fuer rund 1.000 – 2.000 IQD, so sollten wir mit unserem Geld auskommen. Es gibt im Irak fuer Auslaender keine Moeglichkeit Geld abzuheben und so muessen wir mit den mitgebrachten Tuerkischen Lira haushalten.

Wir sehen uns den Bazar an. Hier kann man wirklich alles kaufen, von der Zahnbuerste bis hin zu einem neuen Anzug. Man verliert sich hier sehr leicht, gerade das macht allerdings den Reiz aus.

Wir spazieren noch etwas durch die Stadt und entdecken ein Geschaeft das Bier verkauft. Anders als in der Tuerkei, ist Bier hier relativ guenstig. Fuer rund 70 Cent bekommt man 0,5 Liter Efes. Mit ein paar Bier in der Tasche gehen wir zurueck zum Hotel. Wir sind noch relativ muede und beschliessen heute einen ruhigen Abend zu machen. Am Weg zurueck kommen wir natuerlich noch an ein paar Teehaeusern vorbei. Prinzipiell trinken dort ausschliesslich Maenner Tee, rauchen Zigaretten und spielen mit ihren Ketten.

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7 Gedanken zu „Tag 67

  1. Hallo, ich habe gerade vor lauter Heimweh „Duhok“ (meine Heimatstadt) gegoogelt und bin auf Eure tolle Seite gestoßen! Hat mich sehr gefreut, dass es Euch dahin gezogen hat, dass Ihr – so wie es scheint, seid Ihr zu zweit hingereist – Euch für die Kurden interessiert. Ich war vor ca. einem Jahr auch in Duhok und musste beim Lesen manchmal echt grinsen, denn so wie Ihr das beschreibt, das trifft perfekt auf die Ortschaften und die dort lebenden Menschen zu!! 🙂

    P.S.: Hätte gerne mehr über Eure Eindrücke gelesen!

    • Hey, also ich hab die ganze Reise alleine gemacht, mit Ausnahme des Iraks. Da habe ich zuvor in Van zwei Australier getroffen die dann ca. zwei Wochen mit mir mitgereist sind. War auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und vor allem die Menschen waren eben überfreundlich. Freut mich, dass dir der Blog gefällt. Ich habe ja eh schon jeden Tag geschrieben was passiert ist, wenn ichs noch ausführlicher gemacht hätte, wäre ich gar nicht zum Reisen gekommen 🙂 LG

  2. ich weiss nicht was haben´ sie da gelernt oder was geshen wie ich sehe sie haben gar nix geshen und gar nix gelnertnt dort wie sie schreiben das jesiden nicht an gott gelauben sonnst an tuefel find ich ist nicht korekt als ich bin 14 jáhre hier in deutschland und wie gelauben an gott mehr als musilm ich frag mich wer hatt sie erzhält hatt und wie sie an ihn gelauben hatt karwan sie erzählt oder abdulah ich die bei dann finden betimmt ich fleig nach irak bald und sie mussen rechtig nach fragen was jesiden gelauben und dann schreib dein ich bitte sie lösch das

    • Hey, ich hab ja geschrieben, dass sie zwar an Gott glauben, aber eben NICHT an das Böse (=TEUFEL). Ich weiß, dass sehr viele Leute im Iraq die Jesiden Teufelsanbeter nennen, obwohl die Jesiden überhaupt nicht an den Teufel glauben, im Gegensatz zu beispielsweise den Christen. Trotzdem, bitte friedlich bleiben und nicht irgendwelche Leute verurteilen, Danke.

  3. Ich bin 1982-1985 aufgewachsen da mein Vater mit am Dammbau beteiligt war.Dieses Land ist in meiner Erinnerung ein sehr schönes Land.Wir wohnten dort in einem von ,ich glaube,4 Camps. Gibt es noch Überreste, damals wurde unser Camp für die Bevölkerung umgebaut.Es war sehr schön, die Menschen sind immer offen und freundlich gewesen.Leider hatte ich nie den Mut noch einmal zurück zu kommen. Haben Sie noch mehr Landschaftsbilder von der Gegend um den jeden Stausee??? Auf jeden Fall ein sehr interessantes Tagebuch und Sie haben ein Land besucht was für immer in meinem Herzen ist .

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