Tag 68

Wir verschlafen etwas. Zwanzig Minuten spaeter als verabredet sind wir dann aber bereit fuer die Tour. Wir gehen richtung Staudamm, der wohl erst seit kurzem existiert. Generell sieht man viele neue Gebaeude, neue Autos, neue Strassen. Der Region Kurdistan geht es sehr gut, da das Oel-Geschaeft floriert. Es ist hier sicher und so kann ohne Probleme abgepumt werden. Im arabischen Teil des Iraks ist das nicht der Fall und so geht es den Leuten dort vergleichsweise schlecht.

Auf dem Weg unterhalte ich mich ein wenig mit Karwan und er erzaehlt mir etwas ueber das Verhaeltnis der Kurden zu Amerika. Die Menschen hier sind froh, dass George Bush den Krieg begonnen hat. Saddam Hussein hat waehrend seiner Herrschaft die Kurden geradezu gejagt. Von Angriffen mit chemischen Waffen, ueber Folter, bis hin zur Ausloeschung ganzer Doerfer war alles dabei. Insgesamt hat er wohl ganze 5.000 Doerfer verschwinden lassen, der Grossteil davon war kurdisch. Das ist auch der Grund warum es in Kurdistan so sicher ist. Die Menschen hier haben genug von Problemen, Gewalt und Leid. Jeder kuemmert sich nun darum, dass es vorwaerts geht und so floriert die Wirtschaft.

Als wir auf der Damm-Mauer angekommen sind, sehen wir den Stausee dahinter. Am Grund des Sees befindet sich wohl noch ein altes Dorf, dessen Bewohner dem See weichen mussten. Als Beschaeftigung werfen wir Steine in den See und sehen wer wie weit kommt.

Nach ein paar Versuchen wir das allerdings langweilig und wir beschliessen auf den Stadtberg zu gehen. Der Anfang des Weges ist fuer Touristen prepariert, will man allerdings zur Spitze, muss man etwas klettern. Abdullah und ich schaffen es dann auch ganz rauf, Bill gibt rund fuenf Minuten davor auf.

Nach der kleinen Kletterpartie haben wir uns ein ordentliches Essen verdient, also gehen wir in ein relativ schickes Restaurant und werden mit Tellern gerade so bombardiert. Der ganze Tisch ist voller Gurken, Tomaten, Oliven, Zwiebeln, Fleisch, Suppen… Wie viel der ganze Spass gekostet hat, kann ich aber nicht genau sagen, da die Jungs darauf bestehen zu bezahlen. So ein Essen muss klarerweise verdaut werden, also entspannen wir ein wenig in unserem Hotel. Karwan wird uns dann etwas spaeter abholen. Wir wollen gemeinsam einen Kaffee trinken.

Er ist in Begleitung eines Freundes, der einen Toyota Pick-Up faehrt, brandneu natuerlich. Alte Autos faehrt hier keiner mehr. Es geht in ein reicheres Viertel von Duhok. Wir halten an, gehen die Treppen hoch und betreten einen Raum mit vielen Sofas und Sesseln. Wir werden zu unserem Tisch geleitet und gefragt, ob wir die anderen Menschen sehen wollen, oder nicht. Fuer die zweite Option gibt es Trennwaende. Wir bestellen Kaffee und Wasserpfeife, zum Essen gibt es Baklava und verschiedene Nuesse. Es kommen laufend neue Freunde hinzu und am Ende sind wir ganze 8 Personen. Nach einigen Partien verschiedener Kartenspiele und zahlreichen Tassen Tee werden wir wieder zurueck zum Hotel gebracht. Da es kurz vor Mitternacht ist, muss Karwan in die Arbeit. Seine Schicht geht bis 07h00.

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