Tag 98

Slobodan hat heute nicht viel vor, also will er mir Podgorica zeigen. Die komplette Tour kann man mit einem Bus machen und so stellen wir uns zur Bushaltestelle. Anders als in den meisten Ländern, in denen ich bisher war, ist hier auf den Bus überhaupt kein Verlass. Das wissen mittlerweile auch die Taxifahrer und so fahren sie die Busstrecken ab und nehmen die Passagiere fuer das gleiche Geld mit. Slobodan und ich gehen aber lieber zu Fuß durch die 150.000 Einwohner-Stadt.

Es geht zum Ufer des Flusses Moraca. Hier ist wohl im Sommer ein sehr angenehmer Ort zum Picknicken. Derzeit regnet es aber häufig und so führt der Fluss deutlich mehr Wasser, als normalerweise.

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Ich unterhalte mich mit Slobodan über die Abstimmung zur Abspaltung Montenegros von Serbien und erfahre, dass sie nur durch ein paar Tricks positiv ausgefallen ist. Die meisten Menschen hier sprechen nach wie vor Serbisch und standen zumindest zur Zeit der Abstimmung nicht hinter dem eigenen Staat. Die Regierung versucht aber trotzdem alles, um Montenegro als Staat zu propagieren und so kann man beim Bankomaten nur Montenegrinisch, Englisch und Deutsch auswählen.

Wir bekommen Hunger und ich versuche etwas aus der traditionellen Küche. Es gibt massig Crepes, überzogen mit saurer Sahne. Die Portion ist riesig und so gehen wir anschließend zurück zur Wohnung. Wirklich viel Zeit zum Rumliegen haben wir allerdings nicht, da eine Kommilitonin vorbeikommt. Sie muss mit Slobodan etwas fuer die Jungen Europäischen Föderalisten vorbereiten. Beide besprechen rund eine Stunde wo eine zukünftige Veranstaltung des Vereins stattfinden soll. Mit ihrem Plan treten sie in Konkurrenz mit Ländern wie Norwegen, Mazedonien und Albanien, die ebenfalls gerne die Veranstaltung im eigenen Land abhalten würden.

Ich kann natürlich während der Besprechung nur wenig helfen, aber wir haben etwas Bier eingekauft und so ist das in Ordnung. Als seine Kommilitonin wieder geht, trinken wir den Rest aus und unterhalten uns.

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Kurz vor 22h00 mache ich mich auf den Weg zum Busbahnhof. Ich brauche etwas laenger als gedacht und so muss ich die letzten Meter rennen. Ich schaffe es aber gerade noch rechtzeitig und leicht ausser Atem frage ich nach dem Bus nach Sarajevo. Ich bekomme eine kurze und enttäuschende Antwort: „The bus is cancelled.“

Als ich die Halle verlasse, spricht mich ein Taxifahrer an, der fuer einen erschwinglichen Preis nach Sarajevo fahren will. Leider braucht er dafür vier Fahrgäste und mit mir hätte er gerade einmal drei Interessenten. Wir warten also noch auf eine vierte Person, jedoch vergebens.

Es ist bereits nach Mitternacht und ich habe keine Lust mehr, nochmals eine Stunde zurück zur Wohnung zu gehen, also fährt mich der Taxifahrer. Dort angekommen, verliere ich keine Zeit und gehe sofort ins Bett. Ich will morgen um 6h00 aufstehen, um den Weg nach Sarajevo auch sicher zu schaffen.

Tag 97

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Früh am Morgen gehe ich zur Autobahn in Richtung Montenegro. Es dauert nicht lange und die ersten Autos stoppen. Doch anders als bisher, wollen alle Geld fuer die Fahrt. Ich lehne ständig ab und komme nur mühsam ein paar Kilometer vorwärts, dafür eben gratis. Auf meinem Weg sehe ich viele Militärfahrzeuge der KFOR. Die Fahrzeuge sind unterschiedlich gekennzeichnet, je nach Herkunftsland der Einheit. Ich versuche die österreichischen Truppen zu stoppen, doch mehr als zuwinken, dürfen die Soldaten wohl nicht.

Irgendwann wird die Zeit knapp und ich muss wohl etwas Geld in die Hand nehmen, um vorwärts zu kommen. Das nächste Auto, das stehen bleibt, verlangt rund 5 Euro, um mich zur Grenzstadt im Kosovo zu fahren. Ich greife in meine Taschen und nehme meine letzten Münzen heraus. Die 2,20 Euro reichen und so komme ich bis kurz vor die Grenze. Es liegt ziemlich viel Schnee und die Strasse nach Montenegro führt direkt über die Berge. Es finden sich daher nicht viele Leute, die in Richtung Grenze fahren. Ein Taxifahrer hält allerdings an und verlangt 5 Euro bis ins nächste Bergdorf in Montenegro. Ich sage ihm zu und bin somit auch meinen letzten Geldschein los.

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Die Grenze passieren wir problemlos. Meinen Rucksack wird nicht kontrolliert und bald sind wir auch schon im besagten Bergdorf. Von hier gibt es ausschließlich lokalen Verkehr und so komme ich immer nur 2 Kilometer vorwärts. Podgorica liegt aber doch etwas weiter weg und so vergeht die Zeit ohne wirklichen Fortschritt. Ein Bus kommt vorbei, der nach Podgorica fährt und ich stoppe ihn. Beim Einsteigen erkläre ich dem Fahrer, dass ich kein Geld habe und so kann ich kostenlos mitfahren.

In Podgorica frage ich dann jemanden um ein Handy und informiere Slobodan, meinen Couchsurf-Host, über meine Ankunft. Wir verabreden uns am Hauptplatz und noch bevor er eintrifft, führt mich mein Weg in eine Bäckerei. Ich habe den ganzen Tag nichts gegessen und freue mich umso mehr über ein vor Fett triefendes Burek.

Als ich Slobodan treffe, erzählt er mir, dass ich ruhig noch einen Tag bleiben kann, da er erst später in sein Heimatdorf fährt. Ich beschliesse also einfach morgen den Tag in Podgorica zu verbringen und dann den Nachtbus nach Sarajevo zu nehmen. So gewinne ich einen ganzen Tag und kann wenigstens etwas von der Stadt sehen.

Tag 96

Ich stehe um 9h00 auf, aber brauche irgendwie relativ lange, um ausser Haus zu kommen. Wir trinken noch Kaffee und Fruehstuecken. Erst gegen 12h30 bin ich an einer Strasse, die zum Autobahnring fuehrt. Ich versuche den Weg zum Ring zu Fuss zu gehen. Sobald ich ein Auto hoere, drehe ich mich einfach um und strecke den Daumen raus. Das klappt dann auch gleich und ich werde bis nach Tetovo gefahren. Eigentlich wollte ich ueber Albanien fahren, der Fahrer empfielt mir aber die Route ueber den Kosovo. Ich vertraue ihm und schreibe „Kosovo“ auf mein Schild.

Nach 10 Minuten haelt ein Fahrzeug und es geht bis ueber die Grenze. Der Mann, der mich mitnimmt, ist beruflich unterwegs und haelt im ersten Dorf nach der Grenze. Ich steige aus und warte auf Autos. Es kommt 15 Minuten gar nichts. Mir wird langweilig und ich gehe etwas zu Fuss, nach weiteren 15 Minuten kommt dann ein Auto und ich kann mitfahren. Wir fahren allerdings ueber eine kurvige Bergstrasse, die mit Schnee bedeckt ist. Es dauert relativ lange und ich merke, dass ich heute wohl in Pristina schlafen werde.

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In einem Internetcafe finde ich heraus, dass es hier sogar ein Hostel gibt und so mache ich mich auf die Suche. Ich frage wohl ueber 20 Leute, doch keiner kann mir so richtig weiterhelfen. Der Grossteil spricht zwar Deutsch, doch da vor ein paar Jahren neue Strassennamen eingefuehrt wurden, kennen nicht einmal Taxifahrer alle Strassen im Zentrum.

Ich laufe rund zwei Stunden im Regen herum, bis ich das Hostel finde. Dort angekommen, ist die Atmosphaere angenehm. Es sind nicht viele Gaeste anwesend, doch ein Koreaner, eine Deutsche, der indische Eigentuemer und ich pokern bis spaet in die Nacht.

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Tag 95

Eigentlich wollte ich heute nach Tirana trampen, aber gestern ging es doch etwas laenger und ich hatte noch keinen Erfolg mit einer Couch in Tirana. Ana meinte gestern, dass ich ruhig noch einen Tag bleiben kann, also mache ich das.

Um 10h00 werden wir von einem Anruf geweckt. Ihre Grosseltern sind wohl bei ihrer Cousine im Erdgeschoss und kommen demnaechst in ihre Wohnung. Die ganze Sache mit Couchsurfing passt nicht so gut in ihre Welt und Ana hat ihnen noch nichts davon erzaehlt. Ich gehe also draussen eine Runde spazieren und komme nach einer halben Stunde wieder. Sie erklaert ihnen, dass ich ein Austauschstundent bin und eigentlich zum Lernen komme. Mit ihren Grosseltern kann ich sowieso nicht reden, also gibt es auch keine Gefahr, dass ich mich verplappere.

Ana muss heute zu einem Treffen der Wohnungseigentuemer des Hauses und ich lese derweil ein paar Kurzgeschichten, die sie von der Uni hat. Ihre Oma sitzt neben mir und verfolgt gespannt eine tuerkische Telenovela.

Fuer morgen muss ich mich noch etwas informieren, welchen Weg ich nach Podgorica nehmen soll. Ana hat aber leider noch kein Internet in der neuen Wohnung und so gehen wir in ein Cafe. Die Eigentuemer gehoeren wohl zur albanischen Mafia und so darf man trotz Rauchverbot rauchen.

Zurueck in der Wohnung machen wir wieder einen Filmabend. Auf einmal ist es dann 5h00 in der Frueh und es ist hoechste Zeit ins Bett zu gehen, schliesslich ist der Weg nach Podgorica lange.

Tag 94

Ana studiert amerikanische Literatur und hat heute eine Vorlesung in der Uni. Da ich nicht wirklich einen Plan habe, was ich machen soll, komme ich einfach mit. Die Professorin haben wir gestern noch ueber Facebook gefragt und sie hatte nichts dagegen. Rund 10 Studenten sind anwesen und sprechen drei Kurzgeschichten durch. Ich finde es spannend wie detailreich die Geschichten analysiert werden und wie praezise sie geschrieben sind.

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Heute essen wir im Tito Restaurant und es gibt auch ein Mazedonisches Nationalgericht: Bohnen mit Wuerstchen. Da es draussen nach wie vor kalt ist, gehen wir wieder zurueck zur Wohnung und halten einen kleinen Mittagsschlaf.

Heute will ich mal das Nachtleben von Skopje kennenlernen, also kaufen wir uns etwas Bier und trinken zu zweit in der Wohnung vor. Ihre Freunde haben heute irgendwie keine Lust oder schon ein anderes Programm mit Freund bzw. Freundin. Um Mitternacht gehen wir dann zum Club. Ana ist draussen zu kalt mit Kleid und High-Heels, also entschliesst sie sich, ausnahmsweise normale Sachen anzuziehen. Auf dem Weg zum Club sehe ich dann, warum sie sich fuer die Kleidung entscheiden hat. Drei Maedels halten sich aneinander fest und rutschen mit ihren hochhackigen Schuhen ueber das Eis. Das Ganze sieht schon etwas lustig aus.

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Im Club wird es dann etwas merkwuerdig. Die Musik ist laut, jedoch hat niemand vor zu tanzen. Alle stehen herum und trinken ihre Getraenke. Besonders die Jungs stehen auf den Treppen zum Dancefloor und sehen sich die Maedels an. Ich und Ana haben aber trotzdem Spass, besonders als eine serbische Rockband kommt. Gespielt werden internationale klassiker und serbische Lieder.

Tag 93

Ich sehe mir heute die Stadt an. Skopje ist recht uebersichtlich und das Stadtzentrum kann man gut zu Fuss ablaufen. Als erstes geht es zum alten Markt. Ich finde hier aber grossteils Touristenzeugs. Daneben gibt es einen Markt fuer Mazedonier, die hier Gemuese und Kleinigkeiten kaufen. Auffaellig ist, dass ein Teil des Marktes mit albanischen Flaggen behaengen ist. Das liegt daran, dass in Mazedonien rund ein Viertel der Bevoelkerung albanischer Herkunft sind und Albanien vor zwei Wochen 100 Jahre Unabhaenigkeit gefeiert hat.

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Weiter geht es auf die Festung, die eigentlich aufgrund von Restaurationsarbeiten gesperrt sein soll. Vor dem Tor steht auch ein Schild, der Eingang ist aber offen. Ich gehe also hinein und sehe mich etwas um.

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Man sieht von hier ueber die Stadt, jedoch ist die Sicht heute wahnsinnig schlecht, so dass man nur die Gebaeude in der Nähe erkennen kann. Einige Monumente sehe ich dann aber vom Hauptplatz aus. Wie ich spaeter erfahre, investiert die Stadt derzeit Geld und baut Monumente. So verspricht sich Skopje mehr Touristen. Klingt nach einem einfachen Konzept, ob es von Erfolg gekrönt ist, weiss ich nicht.

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Zum Essen gibt es heute nichts typisches Mazedonisches, sondern einfach mal Burger mit Pommes. Als ich so durch die Strassen gehe, finde ich ein Fastfood-Restaurant, das voller Menschen ist. Der Besuch lohnt sich. Fuer rund 1,50 Euro gibt es einen riesen Burger, gefuellt mit ordentlich Pommes.

Im Hostel verbringe ich noch etwas Zeit bevor ich mich dann um 19h00 mit Ana am Busterminal treffe. Ich habe sie ueber Couchsurfing angeschrieben und da sie erst heute aus ihrer Heimatstadt zurueckgekommen ist, werde ich nur zwei Naechte in ihrer Wohnung uebernachten.

In der Wohnung angekommen, stellt sich natuerlich die Frage nach der Abendgestaltung. Es ist bereits 20h00 und eigentlich kann man um diese Zeit keinen Alkohol mehr kaufen. Ana kennt aber ein Geschaeft in ihrer Naehe, in dem das noch geht. Sie ist ein riesen Film-Fan und so verbringen wir den Abend mit Filmen und mazedonischen Wein.

Tag 92

Gemeinsam mit Martin verlasse ich die Wohnung. Er faehrt mit mir noch bis ins Stadtzentrum, bis ich dann aussteigen muss. Nach einer weiteren Tramfahrt bin ich am Stadtrand. Ich nehme nochmals einen Bus für zwei Stationen und erreiche das erste Dorf vor Sofia. Von hier kann man wunderbar Trampen, da der ganze Stadtverkehr nicht so weit kommt. Mit dem ersten Auto geht es bis kurz vor Pernik. Ich werde an einer Bushaltestelle rausgelassen und hoffe nun weiter zu kommen. Schild habe ich noch keines, da Martin meinte, dass der Daumen in Bulgarien reicht. Nachdem ich 20 Minuten erfolglos im Schnee stehe, gehe ich in die gegenueberliegende Tankstelle und frage nach etwas Karton.

Mit dem neuen Schild verspreche ich mir mehr Erfolg, jedoch scheint niemand nach Skopje zu fahren. Ich weiss nicht genau wie viel Grad es heute hat, aber so um die -10 werden es schon sein. Obwohl ich die dicken Wanderschuhe anhabe, ziehe ich mir ein zweites paar Socken an. Fuer meinen Kopf habe ich gestern von Martin eine Fellmuetze geschenkt bekommen. Das Ding ist herrlich. Wenn ich etwas mit dem Rucksack marschiere, muss ich die Ohrenwaermer hochklappen, da mir sonst zu warm wird. Trotz der ganzen Kaelte, macht Trampen im Schnee aber wahnsinnigen Spass. Die Autos fahren langsamer, es ist viel ruhiger und natuerlich auch landschaftlich wunderschoen.

Irgendwann stoppt dann ein alter Mann, der mich bis nach Pernik bringt. Wirklich weit komme ich nicht, aber immerhin ist es im Auto schoen warm. Als ich aussteige, bin ich leider im Stadtzentrum und die naechste Autobahn ist kilometerweit entfernt. Es hilft aber nicht und so stapfe ich einige Zeit durch den Schnee. Als ich dann auf der Autobahn stehe, werde ich nach kurzer Zeit von einem Maedchen in meinem Alter angesprochen. Wir haben eine lustige Unterhaltung, da sie mir die ganze Zeit erklaeren will, dass ich hier in Bulgarien bin und dass es hier nur schlechte Menschen gibt. Nachdem ich 15 Minuten mit ihr geredet habe und sie mir nicht ganz glaubt, dass man hier Autos stoppen kann, haelt ein Jeep, der mich bis nach Mazedonien bringen kann.

Der Fahrer ist super nett, spricht aber leider kein Englisch. Immerhin spricht er Russisch und so koennen wir einfachen Small-Talk fuehren. Er ist Kickbox-Trainer und Rinder-Zuechter, eine interessante Kombination. Auf der Strasse liegt einiges an Schnee und es scheint keinen Raeumdienst zu geben. Zum Glueck fahren wir in einem dicken SUV und so kommen wir gut zur Grenze.

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Kurz nach dem Grenzuebertritt werden wir von der Polizei aufgehalten. Ich glaube, dass der Fahrer zu schnell gefahren ist. Auf jeden Fall muss er nochmals zurueck zum Grenzposten und an der dortigen Bank die Strafe direkt bezahlen. Seine Papiere werden ihm erst wieder ausgehaendigt, als er der Polizei den Zahlungsbeleg zeigt. Nach diesem Vorfall sprechen wir nicht mehr so viel. Die Strafe aergert ihn ziemlich. Waehrend der Fahrt bekommt er einen Anruf von seinem Freund und muss doch nicht nach Skopje. Er bringt mich aber bis kurz vor die Stadt. Bevor wir die Mautstelle passieren, laesst er mich raus und dreht um. Ich passiere den Kontrollpunkt zu Fuss und stoppe die Autos danach. Da sie sowieso schon stehen, nimmt mich auch gleich das dritte Auto mit.

Mit zwei Architekten geht es ins Stadtzentrum. Von dort aus will ich ein Hostel finden und frage ein paar Leute. Das Hostel, dass ich mir aufgeschrieben habe, kennt keiner. Eine Frau bietet mir allerdings an, mit ihr im Taxi zu fahren, da in ihrer Nachbarschaft eines ist.

Das Hostel macht einen guten Eindruck und ist brandneu. Die Belegschaft spricht Deutsch, da ein Mitarbeiter in Wien und der andere in Muenchen studiert hat. Sie geben mir auch noch Tipps zum Weggehen. Leider ist das Hostel ziemlich leer, da einfach schon krasse Nebensaison ist, ich mache mich aber alleine auf den Weg. Bei meiner Suche nach einer anstaendigen Bar, frage ich ein paar Jungs die gerade an einem Schaufenster arbeiten. Es stellt sich heraus, dass sie heute ihren Snowboard-Shop eroeffnen und daher eine Party schmeissen. Es gibt gratis Bier, Wein und zum aufwaermen natuerlich Rakia. In dieser Nacht hat es rund -10 Grad, also genau das Richtige.