Tag 84

Vor einiger Zeit wurde mir ja das Portemonnaie geklaut und ich bin seit dem ohne Krankenkarte und zusaetzlicher Kreditkarte unterwegs. Meine Mutter hat nun diese Karten ueber die Arbeit nach Ankara geschickt und ich kann sie heute bei der Oesterreichischen Aussenhandelsstelle abholen.

In der Aussenhandelsstelle gibt es erst mal frischen Kaffee, als ich auf die Frau warte, die mir die Karten geben soll. Als sie dann Zeit hat, unterhalten wir uns noch ein wenig und ich erzaehle ueber meine Reise. Waere ich noch etwas laenger geblieben, haetten wir auch noch gemeinsam gegessen. Ich will mir aber heute noch das Mausuleum von Atatuerk ansehen und weiss nicht genau, wie lange die Sache dauert, also mache ich mich auf den Weg.

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Beim Betreten des Areals muss man zuerst durch einen Metalldedektor und alle Autos werden durchsucht. Es wird sichergestellt, dass dem toten Nationalhelden der Tuerkei nichts passiert. Natuerlich halten ein paar Soldaten Wache, allerdings bin ich etwas enttaeuscht, als ich sehe, dass sie in gemuetlich warmen Glaskaesten stehen. Ein bisschen Haerte haette ich mir beim tuerkischen Militaer schon erwartet.

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Der Platz vor dem Mausulem ist menschenleer und ich freue mich schon, dass es eventuell im Museum auch so ist. Leider habe ich die Rechnung ohne den unzaehligen Schulklassen gemacht, die wohl von der ganzen Tuerkei kommen um einmal die Grabstaette gesehen zu haben. Alle schreien durcheinander und der Tourguide tut sein Bestes, um noch gehoert zu werden. Die Lehrerinnen sind auch nicht besser, alle 10 Sekunden hoert man ein extrem lautes „Pssssst!!!“.

Im Museum wird alles erklaert, was Atatuerk gemacht hat. Welche Schlachten er geschlagen hat und wie er die heutige Tuerkei gegruendet hat. Spannend finde ich, dass er einige Entwicklungen im sozialen Bereich vorangetrieben hat, die derzeit wohl nicht mehr ueberall in der Tuerkei gelebt werden. Nach Atatuerks Meinung sollten Frauen gleichgestellt sein. Er hat sich stark dafuer eingesetzt sekulare Schulen und Universitaeten zu etablieren und somit die Religion aus der Lehre zu verbannen.

Als ich zurueck gehe, verlaufe ich mich etwas, da ich vergessen habe, mir die Adresse meines Hotels aufzuschreiben. Es regnet zwar nach wie vor, aber immerhin sehe ich so noch etwas von der Stadt. Das Zentrum ist nicht wirklich aussergewoehnlich. Es gibt viele Geschaefte, die alles Moegliche verkaufen. Herumzuspazieren wird durch den huegeligen Untergrund dann irgendwann anstrengend, also frage ich ein paar Leute nach dem Weg.

Bevor ich das Hotel betrete, verbringe ich noch etwas Zeit im Internet Cafe gegenueber. Ismael ist auch wieder da und wir trinken etwas Tee zusammen.

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