Tag 91

Als ich um zirka 6h00 aus dem Bus aussteige, liegt Schnee in den Strassen Sofias. Es hat deutlich unter 0 Grad und so fuehrt mich mein erster Weg in ein Cafe zum Aufwaermen. Muetze habe ich noch keine gekauft und so muessen die Kaputzen von Pullover und Regenjacke reichen.

Von meinem Couchsurf-Host Martin habe ich die Telefonnummer und die Adresse. Da es allerdings noch fruehmorgens ist, will ich ihn nicht anrufen, sondern eine Nachricht ueber Couchsurfing schicken. Ich frage mich nach einem Internetcafe durch, jedoch weiss bei der Busstation keiner Bescheid. So beschliesse ich, mich einfach Martins Wohnung zu naehern, vielleicht liegt ja ein Internetcafe auf dem Weg. Nach zwei Metrostationen und 20 Minuten Fussmarsch finde ich noch immer nichts. Ich habe wohl schon 20 Leute gefragt, aber Internet scheint es hier nur privat zu geben. Nach weiteren fuenf Minuten bin ich dann bei Martins Wohnung. Auf dem Klingelschild stehen drei Namen, jedoch ist seiner nicht dabei. Ein alter Mann betritt zufaellig die Wohnung und so frage ich ihn nach Martin. Er kennt ihn und zeigt mir den Weg. Um 7h30 habe ich es geschafft und stehe vor der richtigen Tuer.

Nach einer kurzen Dusche und einem herzhaften Fruehstueck fahren wir gemeinsam in das Stadtzentrum. Martin ist Uebersetzer und Englischlehrer. Heute hat er zwei Gruppen, eine um 9h30 und eine um 18h30. Kurz bevor der Unterricht der ersten Gruppe anfaengt, fragt er mich, ob ich nicht eine kleine Praesentation ueber meinen Bildungsweg und meine Reise halten moechte. Ich habe nichts dagegen, also erzaehle ich den 17-18 Jaehrigen, wie ich nach Sofia gekommen bin. Die Schueler scheinen interessiert und stellen auch einige Fragen.

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Um 11h00 geht es dann zur Free Walking Tour. Es schneit heute, doch das macht die Stadt angenehm ruhig. Wir gehen vorbei an katholischen, orthodoxen, juedischen und musilimischen Gebetshaeusern. Sofia ist eine sehr alte Stadt, somit haben hier schon verschiedenste Voelker regiert. Trotzdem haben sie es geschafft, keine gewaltsamen Konflikte aufgrund der Religion aufkommen zu lassen. Der Tourguide erzaehlt uns von einem Sprichwort, dass die Situation etwas verdeutlicht: „Die Gebetshaeuser der verschiedenen Religionen sind nur einen Steinwurf voneinander entfernt, jedoch wurde noch nie ein Stein geworfen.“ Spaeter kommen wir noch an Regierungsgebaeuden vorbei und duerfen die Wachabloesung mitverfolgen. Es schneit relativ haeftig, die Soldaten halten aber tapfer durch.

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Nachdem die Tour endet, treffe ich mich wieder mit Martin in der Sprachschule. Wir gehen gemeinsam etwas essen. Es gibt Huehnersuppe und frittierten Teig, gefuellt mit Wuerstchen, Gurken und Kartoffeln. Wir unterhalten uns am Nachmittag noch etwas ueber das Leben in Bulgarien und bevor die naechste Stunde anfaengt, nutze ich das restliche Tageslicht um die groesste Kirche in Sofia von innen zu sehen.

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Anschliessend kommt auch schon die naechste Gruppe Schueler herein. Ich halte wieder meine Praesentation und waehrend Martin weiter seine Stunde haelt, verlasse ich die Schule. Eigentlich will ich noch bei einem Pub-Crawl mitmachen und so einen Eindruck von Sofias Nachtleben bekommen. Leider bin ich zu lange unterwegs, um aus Martins Wohnung meinen Pass und etwas Geld zu holen. Ich schaffe es daher nicht, rechtzeitig am Treffpunkt zu sein, also gehe ich erneut zurueck zur Wohnung. Da Martin nicht trinkt, freut es ihn, dass ich es nicht geschafft habe. So schlimm ist die Sache auch nicht. Wir braten  etwas Fisch an und lassen es uns gut gehen.

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