Tag 97

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Früh am Morgen gehe ich zur Autobahn in Richtung Montenegro. Es dauert nicht lange und die ersten Autos stoppen. Doch anders als bisher, wollen alle Geld fuer die Fahrt. Ich lehne ständig ab und komme nur mühsam ein paar Kilometer vorwärts, dafür eben gratis. Auf meinem Weg sehe ich viele Militärfahrzeuge der KFOR. Die Fahrzeuge sind unterschiedlich gekennzeichnet, je nach Herkunftsland der Einheit. Ich versuche die österreichischen Truppen zu stoppen, doch mehr als zuwinken, dürfen die Soldaten wohl nicht.

Irgendwann wird die Zeit knapp und ich muss wohl etwas Geld in die Hand nehmen, um vorwärts zu kommen. Das nächste Auto, das stehen bleibt, verlangt rund 5 Euro, um mich zur Grenzstadt im Kosovo zu fahren. Ich greife in meine Taschen und nehme meine letzten Münzen heraus. Die 2,20 Euro reichen und so komme ich bis kurz vor die Grenze. Es liegt ziemlich viel Schnee und die Strasse nach Montenegro führt direkt über die Berge. Es finden sich daher nicht viele Leute, die in Richtung Grenze fahren. Ein Taxifahrer hält allerdings an und verlangt 5 Euro bis ins nächste Bergdorf in Montenegro. Ich sage ihm zu und bin somit auch meinen letzten Geldschein los.

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Die Grenze passieren wir problemlos. Meinen Rucksack wird nicht kontrolliert und bald sind wir auch schon im besagten Bergdorf. Von hier gibt es ausschließlich lokalen Verkehr und so komme ich immer nur 2 Kilometer vorwärts. Podgorica liegt aber doch etwas weiter weg und so vergeht die Zeit ohne wirklichen Fortschritt. Ein Bus kommt vorbei, der nach Podgorica fährt und ich stoppe ihn. Beim Einsteigen erkläre ich dem Fahrer, dass ich kein Geld habe und so kann ich kostenlos mitfahren.

In Podgorica frage ich dann jemanden um ein Handy und informiere Slobodan, meinen Couchsurf-Host, über meine Ankunft. Wir verabreden uns am Hauptplatz und noch bevor er eintrifft, führt mich mein Weg in eine Bäckerei. Ich habe den ganzen Tag nichts gegessen und freue mich umso mehr über ein vor Fett triefendes Burek.

Als ich Slobodan treffe, erzählt er mir, dass ich ruhig noch einen Tag bleiben kann, da er erst später in sein Heimatdorf fährt. Ich beschliesse also einfach morgen den Tag in Podgorica zu verbringen und dann den Nachtbus nach Sarajevo zu nehmen. So gewinne ich einen ganzen Tag und kann wenigstens etwas von der Stadt sehen.

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