Tag 60

Es regnet und die Temperatur ist lange nicht mehr so angenehm wie die Tage zuvor. Es ist also Zeit zu gehen. Bevor ich allerdings Trampen kann, muss ich noch auf meine Waesche warten. Das dauert leider bis 14h00 und so komme ich erst sehr spaet weg. Ich will heute in Richtung Tuerkei und habe einen Stop in Akhaltsikhe, Georgien eingeplant. Da die Grenze zwischen Armenien und der Tuerkei geschlossen ist, gibt es keine andere Moeglichkeit fuer mich, als diesen Umweg zu fahren.

Ich versuche rund zwei Stunden zur richtigen Autobahn zu kommen, doch irgendwie weiss keiner, welcher Bus dorthin faehrt. Ich bin mittlerweile gut durchnaesst und habe keine Lust mehr die Autobahn zu finden. Mit einer Maschrutka geht es also zum Busbahnhof. Normalerweise geht eine Maschrutka nach Batumi, was sehr nah an der tuerkıschen Grenze liegt, doch die ist heute schon abgefahren. Es gibt nur noch eine Verbindung nach Tiflis. Ich kenne dort ja mittlerweile ein paar nette Menschen, also warum nicht.

Auf der Fahrt kommen wir am Sevan See vorbei. Dieses Mal ist es noch hell und ich kann den Bergsee in seiner vollen Groesse sehen. Auf der Fahrt rede ich mıt Vasili, der neben mir sitzt. Er arbeitet fuer eine internationale Marketing-Firma und spricht daher gut Englisch. Die Fahrt wird fuer rund eine Stunde unterbrochen, da einige Fahrgaeste hunger haben und nicht ein paar Stunden durchfahren wollen. In der Maschrutka wird ueber Politik gestritten und ob die georgischen oder die armenischen Maedels besser aussehen. (Definitiv die Armenischen) Die Grenzkontrolle ist eine Sache von ein paar Minuten und ich bin wieder in Georgien.

Per SMS kontaktiere ich Migle und frage sie nach einem Schlafplatz. Sie meint, dass das kein Problem sei und ich bin erleichtert. Wir treffen uns in einer Bar und auch die anderen Austauschstudenten sind da.

Nach einiger Zeit wollen wir in eine andere Bar, Ivan und Migle bleiben aber im Kanudos. Ich werde also wieder im Hostel bei Marion und den Anderen schlafen. Bevor wir ins Salve gehen, kann ich zum Glueck noch meinen Rucksack im Hostel ablegen. In der Bar  angekommen, treffen wir noch ein paar andere Leute, von denen drei in der Werbung arbeiten. Eine davon wohl sogar fuer BBDO Moskau.

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Tag 59

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Ken und ich nehmen den ersten Bus nach Yerevan. Auf der Fahrt unterhalte ich mich mit dem Mann neben mir. Er ist Scharfschuetze in Karabach und erzaehlt mir ein bisschen ueber den „Krieg“. Der besteht eigentlich nur daraus, dass eben Scharfschuetzen ab und zu ein paar Soldaten der anderen Seite abschiessen.

In Yerevan checke ich dann fuer eine Nacht ins Hostel ein und ueberlege mir, was ich die naechsten Tage so machen werde. In meinem Zimmer schlafen noch Christian aus Kroatien und Jop aus Holland. Wir gehen gemeinsam etwas durch die Stadt und suchen uns ein gutes Restaurant zum Abendessen. Wir trinken armenisches Bier, da es deutlich guenstiger ist als die exportierten Sorten. Armenien ist allerdings das erste Land auf meiner Reise, in dem es sich lohnt, auslaendisches Bier zu trinken.

Christian ist ein grosser Fan von Springbrunnen, also gehen wir zum Hauptplatz und sehen uns die beleuchteten Wasserspiele an. Das Wasser bewegt sich zur Musik und die ganze Sache dauert jeden Abend wohl mehrere Stunden.

Nach einer Viertelstunde ist es dann aber auch genug und wir gehen zurueck zum Hostel. Eigentlich wollte ich mir heute das armenische Nachtleben goennen, doch Jop hat Probleme mit der Verdauung und Christian will lieber ein paar Bier im Hostel trinken. Das machen wir dann auch und waehrend wir so reden, erzaehlt Christian von einem 10-Tage gratis Visum fuer die kurdische Region im Irak. Ich bin sofort begeistert und will dorthin.

Den restlichen Abend verbringe ich mit Internetrecherche ueber Kurdistan und wie man am besten in den Irak kommt.

Tag 58

Wir stehen um 6h30 auf. Draussen ist es noch dunkel, aber wir machen uns erst mal Fruehstueck. Es gibt Eier mit Brot, dass sollte uns etwas Kraft fuer den Tag geben. Wir packen unsere Sachen. Ich nehme 3 Liter Wasser und 1 Liter Coke mit, um etwas Energie von dem Zucker und dem Koffein zu erhalten. Insgesamt wiegt mein Rucksack rund 7 Kilo, doch ich nehme lieber ein paar Sachen mehr mit, als am Berg zu frieren oder durstig zu sein.

Um 8h00 steht das Taxi vor der Tuer und wir fahren rund eine Stunde eine enge Bergstrasse hinauf. Die Strecke von Byurakan bis zum Kari See ist eigentlich nicht lange. Die Strasse ist allerdings in einem sehr schlechten Zustand, so dass wir meist nur 20 – 30 km/h fahren koennen. Am Kari See befinden wir uns bereits auf rund 3100m. Der Taxifahrer wird hier auf uns warten, um uns anschliessend wieder nach Byurakan zu fahren.

Ich habe leider keine wirklich passende Hose fuer eine Wanderung im Schnee, also muss die Jeans her halten. Um keinen Schnee in die Schuhe zu bekommen, klebe ich meine Hose an die Schuhe und hoffe, dass das haelt. Ich habe zu Beginn noch eine etwas dickere Jacke an. Nach den ersten 100 Metern wird mir aber sofort warm und ich bin nur mehr mit der Windjacke unterwegs. Ken prescht vor und ich versuche Schritt zu halten. Zumindest auf den flachen Stuecken geligt mir das auch ganz gut.

Wir besprechen noch kurz den Weg und kommen zum ersten wirklichen Anstieg. Der Berg Aragats war fruher ein Vulkan und das merkt man vor allem am Gestein. Ab und zu gibt es soetwas wie einen Weg, doch zumeist muss man einfach ueber Geroell und Schnee wandern. Je weiter wir rauf kommen, desto kaelter wird es und je weiter wir am Grat entlang wandern, desto staerker wird der Wind. Ab und zu ist es schwierig die Linie zu halten, laut Wetterbericht sind heute rund 60km/h angesagt. Nach zwei Stunden sind wir dann auf dem suedlichen Gipfel (3879m). Es gibt sogar eine kleine Steinhuette in der wir uns kurz ausruhen koennen.

Ken fragt mich, ob ich noch Kraft fuer den westlichen Gipfel haette. Ich bin motiviert, also geht es durch den Schnee erst mal 200 Meter bergab. Wiedermals duerfen wir uns durch massenhaft Geroell kaempfen, um auf den Gipfel zu kommen. Ich merke, dass ich zu wenig getrunken und gegessen habe und spuere meine Kraefte schwinden. Nach etwas Brot und eiskalter Coke geht es dann aber wieder besser. Wir brauchen vom suedlichen bis zum westlichen Gipfel (4080m) rund eine Stunde. Der Gipfel ist von Wolken bedeckt und die Sicht ist schlecht, ich bin aber uebergluecklich es geschafft zu haben.

Auf dem Rueckweg versuchen wir so viel wie moeglich im Schnee zu gehen, da saemtliche Steine am Berg lose sind und man extrem aufpassen muss, nichts los zu treten. Wir umrunden dieses Mal den suedlichen Gipfel und gehen zurueck zum Taxi. Insgesamt haben wir 5 Stunden fuer die Tour gebraucht.

Beim Observatorium gibt es zur Belohnung eine warme Dusche und ein Bier auf der Veranda, in Byurakan hat es gefuehlte 20 Grad und wir koennen gut entspannen. Wir kochen uns Abendessen und bezahlen fuer das Hotel. Ich gehe heute einfach mal um 21h00 schlafen, da es in Byurakan, nachdem es dunkel geworden ist, einfach nichts zu tun gibt.

Tag 57

Wie vereinbart, bin ich um 9h00 gepackt und bereit los zu gehen. Dan schlaeft allerdings noch. Ich wecke ihn auf und wir koennen erst um kurz vor 10h00 los. In der Zwischenzeit reden Ken und ich noch mit dem Rezeptionspersonal und wir erkundigen uns uber Schlafmoeglichkeiten. Die Wetterstation nimmt wohl zur Zeit keine Gaeste auf, also werden wir in einem Observatorium in Byurakan uebernachten.

Mit Dan und Ken gehe ich zum Bergsteig-Geschaeft. Hier wollen wir ein bisschen Ausruestung ausleihen, hauptsaechlich fuer Dan. Rund 30 Meter bevor wir das Geschaeft erreichen, meint Dan zu mir, dass er nicht genug Geld fuer die ganze Sache haette. Ich biete an, ihm etwas zu leihen, doch das will er auch nicht. Im Geschaeft besorge ich mir eine gute Gletscher-Sonnenbrille, da sonst ein ganzer Tag im Schnee fuer die Augen etwas anstrengend werden kann.

Ohne Dan, dafuer mit Sonnenbrille sind wir dann am Busbahnhof und warten auf den Fahrer. Wir haben leider die falsche Abfahrtszeit erhalten also sitzen wir rund zwei Stunden rum. Die Fahrt dauert gerade mal 1h30 und kostet weniger als einen Euro.

Ich habe noch keine Muetze fuer die Wanderung und so suchen wir in Byurakant, nach einem Geschaeft. Bis auf Lebensmittel gibt es aber in der Stadt (Dem Dorf?) nichts zu kaufen. Wir gehen also erst mal zu unserer Schlafmoeglichkeit, dem Observatorium. Dort werden wir nett begruesst und zu unserem Zimmer begleitet. Eigentlich haben wir nicht nur ein Zimmer, sondern ein ganzes Haus. Wir sind die Einzigen, die hier uebernachten. Die Saison ist schon lange vorbei und auf den Berg geht im November auch niemand mehr. Mein Muetzenproblem erledigt sich zum Glueck auch sofort, da mir die Vermieterin, eine von ihr leihen kann.

Wir wollen noch in ein Restaurant, oder eine Bar um etwas zu essen. In der ganzen Gegend gibt es aber bis auf die paar Lebensmittel-Geschaefte nichts. Gemeinsam kochen wir also und bereiten uns Snacks fuer die morgige Wanderung vor.

Um 21h00 kommt der Leiter des Observatoriums und bietet uns an, durch sein Teleskop zu schauen. Wir muessen dafuer insgesamt sechs Euro zaheln, dafuer sehe ich aber Jupiter und drei seiner 21 Monde.

Kurz nach der Fuehrung gehe ich ins Bett, es gibt hier schliesslich nichts, wofuer man wach bleiben muesste und wir wollen morgen um 6h30 aufstehen.

Tag 56

Ich schlafe in der Nacht nicht besonders, irgendwie gehe ich die ganze Zeit den Ablauf der Wanderung in meinem Kopf durch. So wirklich Sinn macht die Sache allerdings noch nicht. Da ich alleine gehen werde, muss alles klar sein. Sollte ich irgendetwas vergessen oder ein Problem haben, ist ein 4000m hoher Berg im November ein sehr schlechter Ort dafuer.

Ich sehe am Morgen wieder Dan und er schlaegt vor, ins Genozid-Museum zu gehen. Da mir klar wird, dass ich die Wanderung alleine sowieso nicht bewerkstelligen kann, lenke ich ein. Auf dem Weg frage ich ihn, ob er nicht Lust haette auf eine Wanderung. Er ist nicht besonders bergerfahren, aber den Suedgipfel koennen wir zu zweit locker schaffen. Dan ist begeistert von der Idee und ich bin schon wieder etwas erleichtert, dass der Planungstag gestern nicht umsonst war.

Im Genozid-Museum gehen wir erst mal zu zweit durch die Ausstellung, bis mich ein aelterer Mann anspricht. Er kann nur Russisch, aber ich verstehe, dass er wohl ein kleines Kind war, als seine Mutter getoetet wurde. Er organisiert uns eine Fuehrung und wir erfahren etwas ueber die Geschichte von Armenien und den, nur teileweise anerkannten Genozid.

Als wir wieder beim Hostel sind, stellt sich heraus, dass Dan natuerlich nur Sachen fuer Indien eingepackt hat. Das heisst viel mehr als einen sehr duennen Pullover, hat er nicht dabei. Wir muessen also etwas Ausruestung ausleihen. Im Internet finde ich ein Bergsport-Geschaeft und wir machen uns auf den Weg dort hin. Nach einem kurzen Gespraech, ist klar, dass sich Dan dort alles ausleihen kann. Am Abend hat er noch ein Date mit einer Iranerin, ich setze mich in der Zeit zu zwei Amerikanern, die aber seperat reisen.

Ich komme mit Ken ins Gespraech, er war 8,5 Jahre bei den Marines als Hubschrauberpilot und nachdem er seine Pflichtzeit abgeleistet hat, entschloss er sich zu reisen. Er ist seit rund drei Jahren unterwegs und hat bereits Nordamerika, Suedamerika, Europa und Afrika bereist. Er ist ausserdem Bergsteiger, Fels- und Eiskletterer. Ich frage ihn also, ob er nicht Lust haette auf eine kleine Tour und er ist sofort begeistert.

Dan kommt frueher als erwartet von seinem Date zurueck und wir beschliessen morgen zeitig aufzustehen, um seine Sachen auszuleihen und uns Richtung Byurakan aufzumachen.

Tag 55

Irgendwie habe ich mir in den Kopf gesetzt den Berg Aragats zu besteigen. Es ist der hoechste Berg in Armenien und soll mein erster 4000er werden. Wirkliche Wanderrouten gibt es auf dem Berg allerdings nicht und die Informationen im Internet sind etwas spaerlich. Ich versuche diverse Plaene zu machen. Auf verschiedenen Seiten wird dazu geraten, den Berg in mehreren Tagen zu besteigen. Das wuerde allerdings heissen, dass ich im Freien schlafen muss und das wuerde wiederum heissen, dass ich einiges an Ausruestung brauche. Es gibt auch die Moeglichkeit auf den Suedgipfel zu gehen, fuer diese Tour soll man insgesamt nur 4 Stunden brauchen. Der Gipfel liegt allerdings nur auf 3879m und ich habe irgendwie Lust auf mehr.

Auch von der Uebernachtung ist nicht alles geklaert, es gibt wohl eine Wetterstation am Kari See, doch es ist nicht sicher ob sie offen ist. Sonst muesste ich in dem naechsten Dorf Byurakan uebernachten und die Strasse zum Berg mit dem Taxi rund eine Stunde lang hoch fahren.

Ausserdem bin ich mir mit dem Wetter nicht wirklich sicher. Ein Wetterbericht zeigt auf dem Gipfel rund -15*C inklusive Wind an, wie es derzeit mit dem Schnee aussieht, laesst sich nicht herausfinden.

Ohne konkretes Ergebnis entschliesse ich mich noch etwas durch die Stadt zu gehen. Obwohl Yerevan auf rund 1000m liegt, hat es hier 20 Grad und man kann gemuetlich mit dem T-Shirt rumlaufen. Gerade im Zentrum ist vieles neu und sieht sehr ordentlich aus. Auch einige Parks sehen wirklich entspannt aus. Da ich einen Ueberblick ueber die Stadt haben will, gehe ich Treppen am Stadtrand hoch. Ich komme zu einem Monument und kann endlich ueber Yerevan blicken. Hinter der Stadt sieht man auch den ueber 5000m hohen, eigentlich armenischen, jetzt aber tuerkischen, Berg Ararat.

Am Abend treffe ich im Hostel Flo aus Hamburg und Dan aus Schottland. Flo reist seit fast 2 Wochen durch Georgien und Armenien. Dan ist mit dem Rad von Muenchen gestartet und hat es bis hier her geschafft. Allerdings nicht alles mit dem Rad, fuer den Grossteil der Strecke hat er wohl den Zug genommen. Dan erzaehlt mir ausserdem noch, dass er eigentlich in Indien sein wollte. Er hat also gerade mal knapp die haelfte der Strecke geschafft und hat jetzt kein Geld mehr.

Flo und Dan erzaehlen mir ueber ihren Ausflug nach Karabach. Damit ist eine armenische Region in Aserbaidschan gemeint, um die nach wie vor gekaempft wird. Die Kampfhandlungen beschraenken sich allerdings auf gelegentliche Scharfschuetzen-Attacken auf das Militaer. In der Gegend treiben sich genuegend Touristen rum.

Ich horche allerdings auf, als sie mir ihre Erlebnisse von Agdam erzaehlen. Die Bewohner der Stadt wurden vertrieben und um sicher zu gehen, dass sie auch nie wieder kommen, wurden einfach alle Haeuser abgerissen. Urspruenglich gehoerte die Stadt zu Aserbaidschan und wird derzeit von armenischen Truppen besetzt. Um die Aserbaidschaner allerdings richtig anzupissen, halten sie jetzt Schweine in der ehemaligen Moschee.

Tag 54

Chilltime is over. Es geht weiter nach Yerevan, Armenien. Ich will wieder mal Trampen, da es in Georgien und Armenien sehr einfach sein soll. Leider schaffe ich es erst gegen 14h00 auf die Autobahn und nach 1h30 werde ich darauf hingewiesen, dass ich an der falschen Strasse stehe. Es ist also bereits 15h30 und mir wird klar, dass ich vielleicht heute im Freien schlafen werde. Es hat in der Nacht rund 11 Grad, mit meinem Schlafsack und ein bisschen Kleidung sollte das aber kein Problem sein.

Als ich dann an der richtigen Strasse stehe, kommt alles anders. Es halten sehr viele Taxis, die mich fuer Geld mitnehmen wollen. Eines davon will aber einfach nicht wegfahren. Ich sage dem Fahrer auf Russisch, dass ich kein Geld habe und er will mich trotzdem mitnehmen. Er ist wohl Taxifahrer in Yerevan und ist gerade mit seinem Freund auf der Rueckreise von Tiflis. Ich kann mit ihnen direkt in die Stadt fahren und nicht nur das, sie meinen, dass sie mich direkt zum Hostel bringen koennen. Der Weg nach Yerevan dauert eigentlich nur 4 Stunden, wir werden aber erst kurz vor Mitternacht dort sein. Wir halten waehrend der Fahrt an verschiedenen Obststaenden. Die Fahrer kaufen Nuesse und Manderinen. Wir halten an einer Baeckerei, es gibt frisches Brot fuer alle. Es ist zum Glueck noch hell und so sehe ich die wahnsinnig schoene georgische Landschaft. Es wird viel Wein angebaut und die Vegation ist gruen.

An der armenischen Grenze muss ich mir ein Visum kaufen. Armenien akzeptiert keine Fremdwaehrung, also kann ich meine mitgebrachten Euros eintauschen. Das Visum kostet 8 Euro und gilt fuer 21 Tage, bevor ich alle Papiere ausgefuellt habe, klebt das Ding auch schon in meinem Pass. Der Grenzer, der meinen Pass kontrolliert spricht sogar Deutsch und ist extrem freundlich. Meine Fahrer muessen noch auf jemanden warten. Ein Freund bringt noch Aepfel vorbei. Zusammen mit einem befreundeten Auto geht es dann weiter in Richtung Sueden.

Um 21h00 gibt es den naechsten Stopp. Die Fahrer sind hungrig, also halten wir an einer kleinen Gaststaedte. Es gibt dort einen Holzofen und einen seperaten Raum mit einem Tisch. Genau so wie in Georgien sind hier natuerlich auch alle Produkte direkt von der Gegend. Es wird ordentlich aufgetischt. Als Vorspeise essen wir Fisch, Gurken, Brot, Kaese und andere Milchprodukte. Dazu trinken wir eine sehr chemisch schmeckende Limonade und eine Flasche 70% Apfelschnaps. Ich wollte heute eigentlich nicht trinken, aber so etwas abzulehnen gilt als sehr unhoeflich.

Endlich kommt die Hauptspeise, es gibt frisch gegrillte Schweinekotletts. Bei manchen haengt am Knochen rund ein halber Zentimeter Fleisch und rund fuenf Zentimeter Fett, so laesst sich dann auch der Apfelschnaps gut trinken. Trotz des grossen Fettanteils schmecken die am Holzofen gegrillten Kotletts sehr lecker.

Die Fahrt geht weiter und ich werde direkt in die Strasse des Hostels gebracht. Ich habe die Hausnummer gefunden und gehe in den Innenhof. Ein Hund bellt mich an, aber ich finde kein Zeichen eines Hostels. Die Strasse ist menschenleer, also kann ich auch niemanden fragen. Als ich mir schon einen schoenen Park suchen will, sehe ich dann ein Schild, dass der Eingang zum Hostel um die Ecke ist.