Tag 82

Gestern habe ich noch mit zwei Tschechen geredet, die gerade ein Austauschsemester in Istanbul machen. Sie wollen heute zu einer Untergrundstadt in Derinkuyu. Ich bin am Anfang noch nicht so begeistert von der Idee. Als ich dann aber hoere, dass hier frueher um die 10.000 Menschen bis zu 80 Meter unter der Erde gewohnt haben, bin ich dabei.

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Mit zwei Bussen fahren wir zur Untergrundstadt. Ein Mann will fuer uns den Tourguide spielen und erzaelt die Geschichte des ersten Stocks. Hier wurden Tiere beherbergt, die mit Hife eines Tunnelsystems von der Weide in die Untergrundstadt getrieben wurden. Auch Wein wurde hier unterirdisch hergestellt. Wir sehen ausserdem noch Kochstellen und Schlafplaetze. Fuer die weitere Tour will der Mann Geld, also sagen wir ab. Die Hoehle auf eigene Faust zu erkunden, macht sowieso mehr Spass.

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Die Gaenge sind eng und niedrig. Meistens muss man gebueckt die Treppen hinabsteigen. Der Grossteil der Stadt ist beleuchtet, doch gerade die nicht beleuchteten Gaenge ueben eine groessere Faszination aus. Als wir einen dieser Gaenge folgen, kommen wir zum Belueftungssystem der Stadt. Ein Tiefes Loch mit einem Durchmesser von rund 2m versorgt die ganze Anlage mit genuegend Sauerstoff.

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Als wir 50 Meter unter der Erde sind, finden wir eine Kirche vor. Allerdings erinnert nur mehr die Kreuzform daran, dass hier frueher gepraedigt wurde. Die restliche Stadt besteht aus vielen vielen Wohnraeumen und Kuechen. Ausserdem sieht man noch riesige kreisfoermige Steine neben den Gaengen. Diese Steine konnte man einfach in den Gang rollen und der Weg war fuer Eindringlinge versperrt.

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Wir wollen wieder mit dem Bus zurueckfahren, doch selbst nach einer Stunde warten wir noch immer. In Derinkuyu ist nicht wirklich viel Verkehr, wir versuchen aber trotzdem zu trampen. Nach 10 Minuten kommt das erste Auto vorbei und nimmt uns auch direkt mit. Es sind zwei Frauen aus Istanbul, die hier auch Touristen sind. Das ist dann auch fuer mich eine Premiere, noch nie zuvor wurde ich von einer Frau mitgenommen.

Wieder in Goereme drehe ich noch eine Runde durch die Schluchten, bis dann die Sonne untergeht. Es geht wieder zurueck zum Hostel und der Abend verlaeuft auch heute ruhig. Alkohol ist in der Tuerkei verdammt teuer und so trinken wir wieder mal Tee.

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