Tag 14

Während des Tages ist heute ist großteils Entspannung angesagt. Ich kümmere mich um meine Couch in Moskau und erkundige mich nach Zugverbindungen dorthin. Zum Trampen ist die Strecke mit einer Fahrzeit von etwas über 11 Stunden zu lang. Von Kiev weg gibt es eine sehr gute Nachtzug-Verbindung. Ich beschließe mir die Karte allerdings erst am nächsten Tag, direkt am Bahnhofschalter zu kaufen.

Am Abend treffe ich mich mich Yarek, Michi, Jose und noch ein paar anderen auf dem Gogol-Festival. Dabei handelt es sich um ein einwöchiges Event, das auf einem leerstehenden Fabrikgelände stattfindet. In Berlin kennt man das kaum noch anders, in Kiev ist das für alle sehr aufregend und relativ neu. Ich finde es auch spannend, es hat irgendwie noch etwas pionierhaftes. Die Soundanlagen sind nicht zu 100% perfekt, das Bier geht nach einiger Zeit aus, aber alle Menschen sind sehr sympathisch und haben Spaß.

Auf dem Gelände gibt es alles Mögliche: Punk Rock/Metal/Indie, Dubstep/Minimal, Bilder, Street Art, Installationen, Lagerfeuer, Feuerkuenstler, Stummfilme, Theater, Klassik Konzerte usw. Wir sehen uns eine Punk-Band einige Zeit lang an und schlendern mit mehr oder weniger Plan über das Gelände. Um 21h00 fängt dann ein Stummfilm über Kiev in den 30er Jahren an. Es ist wirklich spannend zu sehen, wie die Industrialisierung die Stadt in null komma nichts verändert hat.

Um kurz nach Mitternacht ist die Sache dann allerdings schon wieder vorbei. Die Securities, die wohl als Vermietungsauflage eingestellt werden mussten, schmeißen die Leute raus und es beginnt auf einmal richtig häftig zu regnen. Innerhalb von ein paar Minuten sind alle Wege voller Wasser. Mit der spärlichen Beleuchtung auf dem Gelände kann man nur schwer erkennen, wo Asphalt und wo Wasser ist. Wir hüpfen von trockener Stelle zu trockener Stelle, bis wir beim Eingang sind. Mit dem Taxi geht es weiter. Als es los fährt, zischt das Wasser links und rechts rund zwei bis drei Meter hoch. Der Fahrer bemerkt dann allerdings, dass er wohl etwas langsamer fahren muss. Wir fahren in die Fazenda Bar, die Bar in der wir schon am Sonntag waren. Aber die guten Preise, Musik und Menschen haben überzeugt.