Tag 5

Da ich mir bereits gestern den Termin fuer eine Free-Walking-Tour herausgesucht habe, gehe ich heute ca. 2,5 Stunden durch das jüdische Viertel und sehe mir die Geschichte der ungarischen Juden an. Der Tourleiter hat anscheinend selbst mal in einer Synagoge gearbeitet und kann so einiges ueber die verschiedenen jüdischen Einrichtungen erzählen.

Die Tour endet im Szimpla, eine sehr bekannte Bar, die mich ziemlich an Berlin erinnert. In der Bar ist einfach alles mit Liebe selbst gemacht. Jeder Raum sieht anders aus, die Einrichtung ist sehr farbenfroh und es wird viel mit Licht gearbeitet. Eine wirklich coole Bar, die mittlerweile eben auch fuer Touristengruppen missbraucht wird.

Der Abend verlaeuft wieder mal gemuetlich zuhause, schliesslich muss ich morgen um sechs Uhr aufstehen, um möglichst frueh nach Lviv zu kommen. Laut GoogleMaps dauert die Fahrt schon sieben bis acht Stunden, ohne Trampen. Ich verabschiede mich am Abend noch von Tom und Nathalie, die mir meine Zeit in Budapest angenehm und vor allem sehr spassig gemacht haben. Vielen Dank nochmals auf diesem Wege!

Tag 4

So, nun ist es aber auch mal Zeit für das Budapester Touristenprogramm. Nathalie gibt mir zur besseren Orientierung eine Karte in die Hand. Damit die Geschichte der Stadt nicht zu kurz kommt, auch noch einen Reisefuehrer. Gut ausgeruestet mache ich mich also auf den Weg von Pest nach Buda (Also von Ost nach West über die Donau) und sehe mir viele Menschen und Gebäude an. Ich gehe auch auf den Stadtberg und stelle fest wie viel Tourismus es in Budapest gibt. Beim Hinaufgehen sieht man immer wieder mal Menschen, wenn man aber oben ist, reiht sich Reisebus an Reisebus und man hoert die ganze Zeit: „Buda et Pest“, „Buda und Pest“, „Buda and Pest“. Nach einer Weile habe ich dann auch genug davon und sehe mir noch den Rest der Altstadt an.

Als ich allerdings in die Burg möchte, bietet man mir an, fuer 2700 Forint (Knapp 10 Eur), die Burg zu betreten. Inklusive ist tolle Musik und das Flair eines Weinfestes, ich lehne dankend ab und mache mich mit einigen kleinen Umwegen wieder auf den Rueckweg zu Nathalie und Tom. Insgesamt ist Budapest architektonisch gut vergleichbar mit Wien und Salzburg, wobei tendenziell noch etwas mehr Touristen unterwegs sind.

Am Abend gehen wir auf das Bierfest. Das ist dann auch gratis und ich treffe wieder einige der Medizinstudenten von Donnerstag. Leider habe ich an diesem Abend die Kamera zuhause gelassen, also gibt es dieses Mal keine Fotos.

Tag 3

Nachdem der gestrige Abend dann doch etwas länger ging, bleibe ich heute die meiste Zeit zu Hause. Der Himmel ist nach wie vor bewölkt, ab und zu regnet es leicht. Ich verpasse also nicht so viel. Wenigstens finde ich Zeit für den Blog und um mich auf Couchsurfing um eine Couch zu kümmern. Das geht dann doch leichter als gedacht, nach 3 Stunden und 4 Anfragen habe ich einen Schlafplatz in L’viv.

Zum Essen gibt es heute typisch ungarisches Fast-Food: Langos. Ich kenne die Dinger nur vom Jahrmarkt in Salzburg als kleinen Snack. In Budapest sind die Dinger doppelt so fettig und zusätzlich mit Sour-Cream, Käse und Knoblauchsoße verfeinert. Nach einem Stück habe ich auch schon wieder genug und könnte mich ins Bett legen. Der Abend verläuft dann auch so ähnlich. Als Nathalie vom Bücherverkaufen am Flohmarkt zurückkommt, beschließen wir heute nichts Großartiges mehr zu unternehmen, sondern uns gemütlich einen Film anzusehen.

Tag 2

Um 10h30 bin ich an der OMV Tankstelle an der Ost-Autobahn. Mit dem gestrigen Abend in den Beinen ist meine Motivation zum herumstehen und Schild halten eher begrenzt. Nach 40 Minuten habe ich allerdings Glück und ein Fahrer lässt mich mitfahren. Er sagt mir, dass er mich bis an den Autobahnring von Budapest fahren kann. Auf dem Weg stellt sich heraus, dass er auch Couchsurfer ist und ich, wenn ich will, im November/Dezember bei ihm in Bucharest schlafen kann. Gute zwei Stunden später sind wir dann auch schon da und er lässt mich auf einem Shoppingcenter-Parkplatz raus. Dort decke ich mich erst mal mit Forint ein und die zweite Person die ich frage, nimmt mich zu einer Bushaltestelle mit. Um drei Uhr bin ich dann in der WG von Nathalie, Julia und Tom. Julia ist zur Zeit in Finnland, deshalb kann ich in ihrem Zimmer schlafen. (Danke nochmals dafür :)) Mit den anderen beiden verstehe ich mich gleich auf Anhieb. Da Nathalie und ich noch nicht wirklich gegessen haben, gehen wir mit zwei ihrer Kommilitonen erst mal in ein Restaurant. Danach müssen wir uns auch schon für den Abend fertig machen.

Das Electronic Beats Festival steht auf dem Programm. Dank der Info von Julia habe ich mir schon vorab ein Ticket dafür geholt, am Abend ist das Event bereits ausverkauft. Bevor wir allerdings dorthin gehen, kommen rund 20 Freunde vorbei und wir trinken etwas  vor. Alle, bis auf mich und Tom, sind Medizinstudenten, die hier auf Deutsch bis zum Physikum studieren und dann nach Deutschland wechseln wollen.

Um elf sind wir dann bei dem Festival, dass zu Beginn noch relativ verhalten anfängt. Selbst der Bass ist kaum hörbar. Das ändert sich, als Nicolas Jaar anfängt. Plötzlich ist auch die Halle voll. Auf der Party lerne ich extrem viele Deutsche und Österreicher kennen, natürlich auch einige Ungarn, das Publikum ist also insgesamt gut durchmischt. Als dann Modeselektor auflegt, gibt es kein Halten mehr. In der Menge werden Kissen verteilt, die jeder sofort aufreißt und durch die Luft schmeißt. Das Bier kostet €1,50, und die Stimmung ist extrem euphorisch und ausgelassen.

Als ich dann nach Hause komme, ist Tom bereits da und wir sitzen noch bis in der Früh in der Wohnung. Um sieben kommt der 60-jährige Nachbar vorbei und wir denken, dass eventuell die Musik zu laut ist und er sich deshalb beschwert. Jedoch ist er extrem nett und will einfach nur ein bisschen reden:

„haha – I wake up and you go to sleep, thats funny. – hehe“